Welt bereisen Das Reiseblog des Ökumenischen Heiligenlexikons

Reiseberichte

In die Champagne

   J. Schäfer         

Samstag, 28. März bis Dienstag, 7. April

Da ich erst spät zuhause losgekommen bin und dann in einige Staus, kam ich am Samstag nur bis zur Raststätte Keskastel bei Metz. Enttäuschend auch: die Hoffnung, dass in Frankreich die Dieselpreise deutlich niederiger seien, hat sich nicht erfüllt. Mein erstes Ziel dann am Sonntag: Diese Kirche in Biding bei Forbach, wo es eine Marienerscheinung gab.

Dann komme ich zum Gebutshaus von Arnold Rèche mit der Gedenkstätte in Landroff bei Metz. Im damaligen Kloster in Le Ban-Saint-Martin bei Metz wurde Sigibert III. von Austrasien verehrt. In Nancy sehe ich das ehemalige Karmeliterkloster, in das Hubert vom heiligen Claudius Gagnot eingetreten war. Im Mutterhaus der Sœurs de Saint Charles in Nancy gab es ebenfalls eine Marienerscheinung.

In Toul ließ Bischof Gerhard von Toul diese Gangolf geweihte, heute in Häuser eingeklemmte Kirche Saint-Gengoult errichten. Oberhalb von Toul erschien Bischof Gerhard der Überlieferung zufolge Maria, der die Kapelle Notre Dame de Recluse errichten ließ.

Steiler Fußmarsch durch den Wald - aber immerhin jetzt ohne Regen - ist dann noch angesgt, um die Quelle nahe Blénod-lès-Toul bei Èpinal zu erreichen, an der Menna als Einsiedlerin lebte. An Stelle der dortigen früheren Kapelle steht jetzt dieses Freizeitheim.
Zur Übernachtung geht's an die Raststätte Toul - Dommartin für eine wieder angenehm ruhige, aber kalte Nacht; am Morgen gibt es Minus-Grade.

Am Montag geht es zur Kirche im kleinen, abgelegenen Dorf Bonnet bei Toul, mit dieser Liegefigur von Florentinus. Ein Mann nützt die Glegenheit eines seltenen Besuchers, um ununterbrochen auf mich einzureden: nuschelnd, im Diaklekt und auf Französische verstehe ich nicht viel, aber doch, wie stolz er ist, dass seine Kirche eine besondere sei. Und ich kapiere, wie einsam die Menschen hier sind.

Nicht groß, sondern noch kleiner und abseitiger ist der Ort Méligny-le-Grand bei Verdun, an dessen Kirche Nikolaus Tabouillot Pfarrer war. In der Pfarrkirche in Ligny-en-Barrois bei Saint-Dizier wird Petrus von Luxemburg verehrt, der zum Kardinal wurde und auf diesem Glasfenster seine Heimatstadt segnet. Er wurde in dieser Stadt in der Burg geboren, von der noch der Turm Valérian übrig ist. Auch Scipio Hieronymus Brigéat de Lambert wurde in dieser Kleinstadt geboren.

Noch gut 500 Einwohner hat Haironville bei Bar-le-Duc, wo Jean Bernier, ein Gefährte von Gerhard-Martin Cendrier, geboren wurde. Noch kleiner: Saint-André-en-Barrois bei Verdun, wo Johannes Nikolaus Cordier auf die Welt kam. Richtig groß dagegen ist dieses Kalkwerk in Dugny-sur-Meuse bei Verdun, wo es eine Marienerscheinung vor drei Arbeitern gab.

In Harville bei Verdun gab es an der Stelle der heutigen Pfarrkirche ein Priorat mit Reliquien von Nanterius. Das liegt östlich von Verdun und dort waren die meisten der berühmten Schlachtfelder des 1. Weltkrieges. Jede Ortschaft hat riesige Soldatenfriedhöfe, so wie diesen in Maizeray, auf dem 2876 anonyme deutsche Soldaten liegen. Und der Wahnsinn nimmt bis heute kein Ende …
Wieder ruhig und wieder frostig wird die Nacht auf der Raststätte Verdun - Saint Nicolas.

Mein Dienstag beginnt an diesem ehemaligen Klarissenkloster in Verdun, wo der Jesuit Johannes Nikolaus Cordier als Seelsorger tätig war.

Dann folgt in Verdun dieses ehemalige Jesuitenkolleg, an dem Johannes Nikolaus Cordier ebenfalls Nonnen betreute. Wegen Baustelle am einzigen Zugang unerreichbar bleibt mir das Gelände der ehemaligen Abtei Saint-Vanne; Fingen stellte sie wieder her, Firminus von Verdun war hier begraben, Friedrich von Saint-Vanne war Mönch, ebenso Gerwin von Saint-Riquier und Poppo von Stablo; auch Possessor von Verdun war hier bestattet, ebenso Pulchronius von Verdun, Richard von Saint-Vanne war hier Abt, Sanctinus von Meaux war hier Bischof, Simeon von Trier weilte hier, Stephan war Mönch und Vitonus von Verdun ebenfalls Bischof.

In Sainte-Ménéhould bei Châlons-en-Champagne liegen in dieser Kirche Notre-Dame du Château die Gebeine von Manechild von Perthes.

Nach dem wieder völlig abgelegenen kleinen Dorf Hans bei Châlons-en-Champagne, wo Petrus von Chalons geboren wurde, komme ich nach Cunel bei Verdun, wo Stephan d'Huberte Pfarrer an der dieser Dorfkirche war. Der Ort liegt nahe der Grenze zu Belgien und hier fanden im August1914 die ersten Schlachten gegen den deutschen Überfall statt.

Im Dorf Chaumont-Porcien bei Rethel schafft meine Kiste den steilen und nassen Feldweg hoch zur Kapelle nicht, also dürfen meine Beine schwitzen. Berthaldus lebte hier als Einsiedler, Oliveria und Liberata schlossen sich ihm an. Zum Abschluss des Tages geht es nach Renneville bei Laon mit dieser Kirche; hier starb Bossianus.
Ruhig und wie nun schon gewohnt frostig-kalt wird die Nacht an der Raststätte Ardennes Woinic.

Der Mittwoch beginnt im Dorf Aussonce bei Reims, wo Sindulph als Einsiedler lebte und ihm die Kirche geweiht ist. Dann geht es in die Stadt nach Reims - die Stadt, die im März 1918 in den Kämpfen des 1. Weltkrieges zu 60% zerstört wurde und die nach Kriegsende zur erklärt wurde. Die Vergeltung der Franzosen: hier musste 1945 die Kapitualtion der deutschen Wehrmacht unterzeichnet werden. Gottschalk von Orbais wurde hier zum Priester geweiht, Gualtierus von Romans ist möglicherweise hier geboren, Paulus von Tricastinum ist hier geboren, Theobald von Provins weilte in der Stadt, die zeitweise Hauptstadt von Austrasien war. Ich muss nun zunächst einkaufen, um dann diese riesige Kirche Saint-Remi zu besuchen. Brun von Köln starb hier, Goderanus von Saintes wurde im Kloster ausgebildet, Goswin von Anchin reformierte das Kloster, von Hinkmar von Reims, Markulf von Nanteuil und Remigius von Reims ist hier das Grab, von Regulus von Reims und Sixtus von Reims gibt es Reliquien, Sonnatius von Reims war hier begraben und Stephan Harding weilte hier.

An der Kirche: das von Daphne du Barry 1996 geschaffene Denkmal: der große Remigius von Reims tauft den kleinen Merowingerkönig Chlodwig. Dann gehe ich noch zum Platz des ehemaligen Klosters Saint-Nicaise, wo heute das Maison de Champagne Taittinger - des einzigen Champagner-Unternehmens, das noch in Familienbesitz ist - steht. Arnold von Gembloux war hier Abt, Maurus und Timotheus und Apollinaris starben hier wohl als Märtyrer, Nikasius von Reims wurde hier begraben und Wilhelm von Saint-Thierry war Mönch.
Regen und Kälte halten mich vom weiteren Rundgang durch die Stadt ab, ich fahre gleich zum Arbeiten auf den angenehmen kommunalen Campingplatz nach Val-de-Vesle.

Am Samstag fahre ich in die Stadt, der Wetterbericht hatte etwas mildere Temperaturen und wenig Regen angesagt. Mein erster Gang führt zu dieser Kirche Saint-Maurice und dem ehemaligen Kolleg der Jesuiten. An der Stelle des ehemaligen Klosters Saint-Sixte steht heute das große katholische Institut von Paris; Ansegisus war hier Abt, Sixtus von Reims wurde in der Kirche bestattet, die dann ihm geweiht wurde und an der das Kloster gegründet wurde.

Dann komme ich zur Stelle der früheren Universität, an der Dermitius O'Hurley lehrte - heute steht dort diese Schule. Gegenüber war das Englische Kolleg unterbracht in Gebäuden des damaligen Hositals Saint-Antoine. Das Englische Kolleg, eigentlich in Douai zuhause, war zwischen März 1578 und 1593 in Reims im Exil. An ihm wurden nach der Reformation in Britannien Engländer zum Priester ausgebildet, die dann heimlich in ihrer Heimat die Rekatholisierung betrieben und Katholiken betreuten und dafür oft als Märtyrer starben, so z. B. Alexander Briant; die vielen weiteren spare ich mir hier.

Nach dem von Johann Baptist de la Salle gegründeten La Salle-Gymnasium komme ich zur weltberühmten Kathedrale, an der und in der sich nun doch recht viele Touristen tummeln. Davor: diese Bodenplatten zum Gedenken an die deutsch-französische Aussehung - die deutsche Politiker in den letzten Jahren aus neoliberlaem Wahn zunehmend zu verspielen drohen.

Großarig: das Hauptportal von innen. Von den vielen mit der Kathedrale Verbundenen nenne ich hier nur die Patrone Markulf von Nanteuil, Remigius von Reims und Theoderich von Reims.

Vorbei am Stadion Saint-Symphorien, einer Freifäche inmitten der Stadt, auf der die erste Kirche Saints-Apôtres und später Kirche und Kloster Saint-Symphorien standen - an Saints-Apôtres waren Amantius von Reims, Donatianus, Maternianus von Reims, Nikasius von Reims, Sixtus von Reims und Viventius von Reims Bischöfe - und vorbei an diesem Denkmal für König Ludwig XV. komme ich zum Hôtel de La Salle, in dem Johann Baptist de la Salle geboren wurde.

Auf diesem Nordfriedhof mit vielen alten Gräbern suche ich - inzwischen doch in leichtem Regen - das Grab von Arnold Rèche, das ich erst nach einigem Suchen finde. Dann geht es noch zu Schule und Internat der Brüder der christlichen Schulen und durch heftigen Stau - weil im Stadion ein Fußballspiel ansteht und viele Fans anzieht - zum majestätischen Institut Sacré-Cœur.

Von Ostersonntag bis -dienstag habe ich nun zu arbeiten auf dem zu den Feiertagen voller gewordenen Campingplatz in Val-de-Vesle; zwar herrscht nun strahlender Sonnenschein, aber dennoch bleibt es sehr kalt.

geschrieben vom 1. bis 6. April 2026

Von Friesland nach Utrecht

   J. Schäfer         

Dienstag, 14. Oktober, bis Freitag, 17. Oktober

Nur drei Tage brauchte ich zur Arbeit auf dem Campingplatz in Easterlittens. Das erste Ziel am Dienstag war nun die Kirche in Witmarsum bei Leeuwarden, an der Menno Simons Priester war. Auf dem Gut Liauckama in Sexbierum, einem Ortsteil von Waadhoeke, wurde Elko von Lidlom geboren und im nahen damaligen Kloster Lidlom - heute ein Bauernhof in Klooster-Lidlum - war er Abt.

Das ehemalige Kloster Mariëngaarde nahe Hallum - heute ebenfalls ein Bauernhof - hatte Friedrich von Mariengaarden gegründet und als Abt geleitet; Siard von Mariengaarde wurde sein Nachfolger als Abt, Dodo von Haska und Hermann Joseph von Steinfeld waren dort Mönche. Friedrich von Mariengaarden war zuvor Pfarrer an der Sint-Maartenkerk in Hallum. Für die weiblichen Ordensmitglieder gründete Friedsrich 1170 das Kloster Bethlehem im heutigen Bartleheim, einem Ortsteil von Wijns in Friesland; auch dies ist heute ein Bauernhof, der wirbt mit biologischer Ziegenhaltung.
Während ich den Hof fotografiere, kommt der junge Bauer angerannt und fragt empört, was ich hier wolle, es sei Privatgrund - die Straße ist aber nicht als solcher gekennzeichnet. Als ich ruhig antworte, ich fotografiere nur sein Haus - was als Panoramafreiheit überall in Europa erlaubt ist - antwortet er, er schicke seine Frau, die könne besser Deutsch. Offenbar treibt ihn die Angst vor Untaten. Man könnte die Angst vor Kriminalität in den Niederlanden als hysterich bezeichnen: alle - auch die katholischen - Kirchen sind geschlossen oder, selten genug, nur stundenweise geöffent, dann aber immer mit einer anwesenden Person. Sie enthalten aber sowieso keine Kunstschätze, die Reformation hat hier ausgiebig gewütet. Auch alle Tankstellen haben abgeschlossenene, hinter (Panzer-)Glas gesicherte Kassen. Und Überwachungskamerqas sind allüberall. Dabei ist die Kriminalität hier generell niedriger als z.B. in Deutschland, das ebenfall ein sehr sicheres Land ist: Es gab 2024 in den Niederlanden 0,7 Morde oder Mordversuche pro 100.000 Einwohnern, in Deutschland 0,9. Es gab in den NL 45 erfasste Straftaten pro 1.000 Einwohner, in D 70. Bei den Wohnungseinbrüchen betragen die Zahlen 0,82 pro 1.000 Einwohner in NL, und 1,07 in D. Zudem: in beiden Ländern gingen alle diese Zahlen in den vergangenen Jahren stark zurück! Das mit Abstand kriminellste Land in Europa ist übrigens - unabhängig vom und schon lange vor dem Krieg mit Russland - die Ukraine.

Vom Kloster Klaarkamp - auch das ist heute ein Gehöft - bei Dokkum aus stiftete Cythardus von Bloomkamp ein neues Kloster. Gerbrand von Bloomkamp und Wido von Adwerth waren Äbte in Klaarkamp. In Dokkum wurden Bonifatius (Winfried), Adalar, Eoban, Hildebrand und Reginald und weitere Gefährten an der Stelle der 1934 am Todesort errichteten Bonifatiuskapelle erschlagen. Die Sint-Martinuskerk in Dokkum baute einst Liudger von Münster, auch zum Andenken an Bonifatius, Willehad von Bremen war dort Priester. 1872 erbauten die Katholiken dort dann diese Bonifatiuskirche.

Das Hospizgebäude des ehemaligen Bernhardusklosters in Adwerth - dem heutigen Aduard bei Groningen - ist heute reformierte Kirche. In diesem Kloster lebte Emmanuel von Cremona, Richard von Adwerth und Wido von Adwerth waren Äbte. Auffällig: der Sickerstreifen rund umd die Kirche besteht nicht aus Kieselsteinen, sondern aus Muscheln. In Ermangelung von Steinen hat man v.a. früher oft Muscheln benutzt, die es in dem wasserreichen Land ja genug gibt.

Bei Groningen wurde wohl Reiner von Osnabrück geboren; im Prinsenhof mit diesem Eingangstor - heute ein Hotel - kam wohl Hymana zur Welt. In Bedum bei Groningen starben Waltfrid und Therasia und Rotfrid, über ihrem Grab wurde eine Kirche erbaut.

An der Kirche in Huizinge war Erno von Huizinge Pfarrer. Im Kirchhof: dieser alte Grabstein: sehr schmal, denn Steine sind hierzulande ja Mangelware - also teuer. Schließlich sehe ich noch die Kirche, die an der Stelle des von Erno gegründeten Klosters Bloemhof in Wittewierum steht.
An der Raststätte Dikke Linde verbringe ich eine ruhige Nacht.

Der Mittwoch beginnt in der Menkemaborg - heute ein Museum über das Leben der Adligen im 17. und 18. Jahrhundert - in Uithuizen bei Appingedam ganz im Norden; im Vorgängerbau wurde Erno von Huizinge geboren. Erno gründete auch schon das Kloster Rozenkamp - an seiner Stelle steht heute dieser Bauernhof. Ein Bauernhof ist heute auch an der Stelle des von Hadebrand gegründeten Alten Klosters. Schließlich noch ein Bauernhof: das ehemalige Kloster Sanctus Benedictus in Menterna nahe Termunten, in dem Richard Sakristan war.

Nun nehme ich Abschied von Friesland, es geht ein gutes Stück nach Süden, nach Zwolle und dort zuächst in diese Kirche des ehemaligen Dominikanerklosters, in dem Alanus de la Roche starb.

Auf dem Weg in die Innenstadt: dieses imposante Stadttor Sassenpoort

In dieser Michaelskirche lagen die Reliquien von Thomas von Kempen. Seit 2006 ist die Kirche profanisiert und nun Academiehuis, ein überdachter öffentlicher Platz: Treffpunkt, Relax-Arena, Ausstellungsfläche, Veranstaltungsort, Café und Bücherei - eine Kirche als echte Ekklesia, nur ohne sakrale Funktion. Das Academiehuis stellt sich in die Tradition von Platons Akademie in Athen.

Davor, auf dem großen Markt, blüht das Leben trotz des höchst mäßigen Wetters. Unweit steht die Liebfrauenkirche, die nun die Reliquien von Thomas von Kempen birgt.

Nahe meines Parkplatzes sehe ich, wie man auch in Zwolle auf zur Wohnstätte ausgebauten Schiffen lebt. Etwas außerhalb der Stadt lag das ehemalige Kloster Agnietenberg, in dem Thomas von Kempen lebte und starb.

Nochmals ein größeres Stück nach Süden liegt Deventer; in der Gegend wirkte Markhelm als Glaubensbote. In der Stadt sehe zuerst die ehemalige Lateinschule, an der Geert Groote wirkte. Gegenüber steht diese Lebuinuskerk, deren Vorgängerbau Bernulf (Bernold) von Utrecht errichten ließ, an der Johannes Mahusius als Bischof residieren sollte, die dem Patron Lebuin (Liafwin) von Deventer geweiht ist, die ursprünglich von Liudger von Münster gebaut wurde, an der Radbod von Utrecht als Bischof wirkte.

Es ist schon Abend und das Wetter nasskalt, aber beim Gang durch die Stadt fallen die geschmückten Gassen auf. Ich komme so zum Geert-Groote-Huis, das als Museum errichtet wurde an der Stelle, an der sich die Brüder vom gemeinsamen Leben versammelt hatten, die Geert Groote gegründet hatte und denen sich auch Thomas Hemerken (von Kempen) anschloss. In der Broederenkerk lag zuvor die Kopfreliquie von Geert Grote.

Vor Einbruch der Dunkelhait reicht es noch, ins nahe Zutphen bei Arnhem zu fahren und dort diese Kirche zu sehen; Heinrich Zütphen wurde hier geboren, Irmgard von Köln ist vielleicht hier gestorben, von Justus gibt es wohl Reliquien. Allerdings gibt es dann eine Umleitung und die ist nicht ausgeschildert - sonst sind die Umleitungen hier immer hervorragend gekennzeichnet; ich bahne mir den Weg für Hin- und Rückfahrt über schmalste Straßen durch dunklen Wald - ein Geduldsspiel!
Schließlich erreiche ich dann genervt die angestrebte Raststätte Rijssen-Holten - und muss einen Platz ganz nahe der Autobahn benutzen - also wird auch die Nacht nicht nervenschonend.

In Ootmarsum bei Zwolle starb Radbod von Utrecht. Vor der Kirche der kleinen Stadt ist ein viel besuchter Markt und mir fällt diese bronzene Marktfrau auf.
Weil ich nun ganz nahe der deutschen Grenze bin, fahre ich hinüber nach Nordhorn, um dort - sehr viel billiger - zu tanken, zudem muss ich zur Post, was hier auch mit vertrauterem Ablauf möglich ist. Und weil die Grenze an einer - wenn auch viel befahrenen - Landstraße ist, gibt es auch hier keine Kontrollen; wiederum also ein Indiz für Symbolpolititk der Bundesregierung.

Zurück in den Niederlanden komme ich nach Oldenzaal bei Zwolle zu dieser wohl von Plechelm von Odilienberg gegründeten und ihm geweihten Kirche. Markhelm starb hier.

Nochmals ein gutes Stück weiter Richtung Westen steht dieses heutige Hotel nahe Amersfoort bei Utrecht, das an der Stelle des einstigen, von Bischof Ansfrid von Utrecht gegründeten Klosters steht. Eberhard von Berne gründete eine Filiale seines Klosters an der Stelle eines heutigen Landgutes nahe Maarsbergen bei Utrecht.

In Utrecht finde ich nahe der Innenstadt einen Parkplatz und komme dann zuerst zu diesem ehemaligen Diakonissenhaus - heute das Stadtarchiv -, das Theodor Fliedner 1844 gründete, und dann zum Gelände des ehemaligen Paulus-Klosters, das durch Bernulf von Utrecht eröffnet wurde durch Verlegung des einstigen Klosters nahe Maarsbergen.

Auf dem Domplatz farbig markiert ist der Chorbereich der ehemaligen Salvatorkerk; in ihr waren die Gräber der Bischöfe Friedrich von Utrecht und von Rixfridus von Utrecht. Ich besuche dann diesen Dom - seit 1580 protestantische Kirche und leider entsprechend schmucklos. Es gibt außer einer - für mich sinnfreien - Lichtinstallation mit aus LED-Stripes gestalteten Figuren - nichts zu sehen. Alberich von Utrecht, Ansfrid von Utrecht, Bernulf von Utrecht, Eoban, Friedrich von Utrecht, Gregor von Pfalzel, Harmacarus von Utrecht, Hungerus Frisus, Radbod von Utrecht, Rixfridus von Utrecht, Willibrord von Echternach waren hier Bischöfe, vielleicht auch Ebregisus von Utrecht. Geert Groote war Domprediger, Heinrich von Köln Kanoniker, Konrad II. von Salzburg Probst. Amandus von Maastricht hatte hier die erste Kirche gegründet und ist - ebenso wie Martin von Tours - Patron. Adalar hat hier sein erstes Grab gefunden, Angelus Merula und Menno Simons wurden hier zum Priester geweiht. Brun von Köln, Liudger (Ludger) von Münster und Odulf besuchten die Domschule, Johannes Mahusius nahm an einer Synode teil, von Benignus von Utrecht, Maximinus von Tongern, Paulus, Plechelm von Odilienberg und Pontianus von Spoleto gab es Reliquien, Faustina, und Wiro von Roermond wurden hier verehrt, es gab auch eine Marienerscheinung.

Selbst von außen ist der Dom praktisch nicht zu fotografieren, da er sich völlig hinter Bäumen versteckt - gut für das Stadtklima, schlecht für mich. Fotogen aber auf dem Domplatz: die Studenten, die gerade - geschmückt mit Doktorhüten - eine Feier verlassen haben. Die Universität ist direkt neben dem Dom untergebracht.

Und beeindruckend auch: die Menge der Fahrräder auf dem Domplatz. Täglich seien in der Stadt 90.000 Fahräder unterwegs, schon 1885 wurde hier der erste Fahrradweg gebaut, seit 2019 gibt es ein Fahrrad-Parkhaus mit 12.500 Plätzen auf drei Etagen!

Diese Janskerk gründete Bernulf von Utrecht

… und ebenso diese Pieterskerk. Ich sehe noch den Standort des ehemaligen Hieronymus-Klosters, an dessen Schule Jan van Woerden und Wilhelm Hessels van Est ausgebildet wurden; heute steht dort ein modernes Gymansium.

Zum Schluss der Besichtigungen in Utrecht an diesem - entgegen der Wettervorherage - sonnigen Tag fahre ich zu dieser Sint-Gertrudiskathedraal, der Zentrale der Altkatholischen Kirche.

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit und bei nun wieder einsetzendem Regen erreiche ich westlich von Utrecht noch Woerden; hier wurde Jan van Woerden geboren und war dann an dieser Kirche als Helfer des Pfarrers tätig, bis er wegen reformatorischer Ansichten angeklagt und getötet wurde.
Schon in den vergangenen Tagen wuchs in mir die Tendenz, die Reise ob der mäßigen Temperaturen nicht fortzusetzen, zumal die Prognose noch kältere Tage vorhersagte. Also geht es nun auf der Autobahn Richtung Heimat und ich übernachte auf der Raststätte Bisde - genau dort, woh ich auch schon vom 1. zum 2. Oktober schlief.

Am Freitag geht es dann über die Grenze - zwar eine vierspurige und viel befahrene Straße, aber wieder keine Kontrollen - nach Worringen - heute ein Stadtteil von Köln -, wo im Herrenhaus Josef Marxen geboren wurde. Die Weiterfahrt nach Stuttgart wird dann am Nachmittag natürlich ob des Wochenend-Verkehrs zum Geduldsspiel, aber nach einigen Staus erreiche ich die Heimat.

Die Bilanz dieser Reise: 4549 km gefahren, damit nun alle Stellen in Deutschland und in den Niederlanden besucht, 1089 Fotos gemacht, davon kamen 154 ins Ökumenische Heiligenlexikon.

Tracks
Dikke Linde
Rijssen-Holten
Bisde
Stuttgart

geschrieben vom 18. bis 21. Oktober 2025

Gelderland und Nord-Brabant

   J. Schäfer         

Montag, 29. September bis Montag, 6. Oktober

Nach den angenehmen Tagen auf dem Camping Waldvelen beginne ich den Montag in Burlo, einem Stadtteil von Borkum, an der Kirche Mar Odisho & Mar Qardagh, dem ersten Gotteshaus der Assyrische Kirche des Ostens in Deutschland. Ebenfalls in Burlo steht dieses Kloster Mariengarden, das seit 1920 von den von Eugen von Mazenod gegründeten Oblaten der Unbefleckten Jungfrau Maria bewohnt wird.

Limburg und Münsterland

   J. Schäfer         

Freitag, 19. September bis Sonntag, 28. September

Wegen der Einschulungsfeier meines Enkels geht es erst spät im September wieder los, zuerst nach Köln, um dort die Familie meines Sohnes zu besuchen. Nach der Nacht auf der Raststätte Frechen komme ich nach Aachen, zuerst zur Kirche St. Josef - heute ein würdevoll gestaltetes Kolumbarium -, in der es Reliquien von Heinrich van der Blomm gab und dann zu dieser ehemaligen Franziskanerkirche St. Nikolaus - heute ein Ort der City-Seelsorge, in der sich die evangelische und die katholischer Kirche gemeinsam engagieren. Heinrich van der Blomm starb hier, Lambert Conradi wurde in Aachen geboren. Viele andere Stellen in Aachen hatte ich schon 2021 besucht.

Tours

   J. Schäfer         

Sonntag, 27. Juli bis Montag, 28. Juni

Nach einem größeren Sprung nach Osten komme ich noch nach Tours und sehe zuerst dieses erhaltene Stück der alten römischen Stadtmauer an der - profanisierten - Kapelle Saint-Libert. In Tours wurde Adventius verehrt, Corentin von Quimper angeblich zum Bischof geweiht, Florentius von Orange, Ingeborg und Leobatius von Sennevières geboren, Simon war Franziskaner in der Gegend, Spanus und Gefährten starben angeblich hier.

Im Schloss wurden Irmgard und Sigirannus geboren.

In dieser Kathedrale waren Bartholomäus von Tours, Baudinus von Tours, Brictius von Tours, Eligius von Noyon, Eustochius von Tours, Gregor von Tours, Lidorius von Tours, Martin von Tours, Perpetuus von Tours und Volusanius von Tours Bischöfe, Armand Jean Le Bouthillier de Rancé Archidiakon, Franziskus Pallu, Philipp Berruyer, Wilhelm Pinchon (von St-Brieuc) waren Kanoniker, Paulus von Tricastinum vielleicht Schüler, Alanus von Lille studierte hier, Maurilius von Angers war hier, Caletricus von Chartres, Conoganus von Quimper, Domnolus von Le Mans, Felix von Nantes, Franziskus von Stagno, Germanus von Paris, Gregor VII., Hieronymus von Nevers, Lanfranc von Canterbury, Praetextatus von Rouen und Victorius von Le Mans nahmen an Synoden teil.

Im Nordwesten der Bretagne

   J. Schäfer         

Mittwoch, 16. Juli bis Samstag, 26. Juli

Vom Cmapingplatz in Gouarec musste ich zuerst nochmals nach Rostrenen, denn ich brauchte eine neue SIM-Karte - die hatte die Postagentur in Gouarec zwar, aber ihr Computer funktionierte nicht, die Registrierung war ncht möglich. Aber: in der Ferienzeit hat die Post in Rostrenen mittwochs zu. Also auf nach Plévin bei Saint-Brieuc, wo Julianus Maunoir starb, zu dieser Pfarrkirche, in der sein Grab ist.

Im Nordosten der Bretagne

   J. Schäfer         

Montag, 7. Juli bis Dienstag, 15. Juli

Vom Campingplatz aus sah ich das Schloss in Combourg bei Rennes und habe dann entdeckt, dass hier Gilduin von Dol geboren wurde, so wurde das Schloss mein erstes nahes Ziel. Dann ging es zur Kirche nach Trédias bei Saint-Brieuc, die Eurelia geweiht ist, und zu dieser nach einem Brand im Jahr 2000 als Ruine dastehenden Kirche in Saint-Judoce bei Saint-Brieuc, die Jodokus geweiht war.

Im Zentrum der Bretagne

   J. Schäfer         

Montag, 30. Juni bis Sonntag, 6. Juli

Die erste Station an diesem Montag liegt in der Nähe des Campingplatzes, auch am See von Guérledan: die Kapelle Sainte-Tréphine im Wald bei Saint-Aignan, an deren Stelle - angeblich - Tremorius geboren wurde und seine Mutter Triphina von der Bretagne enthauptet. Da es noch recht früh am Morgen ist, findet der Fußmarsch durch den Wald bei erträglichen Temperaturen statt - es wird ein heißer Tag werden. Dann komme ich zu der Maria geweihten Kapelle in Perret - einem Ortsteil von Bon Repos sur Blavet - bei Saint-Brieuc, an deren Stelle Avran als Einsiedler lebte. Auch Jordan von Kergrist war Einsiedler, er lebte zeitweise in Kergrist bei Vannes, wo diese Kirche wie zuvor die Kapellen auch verschlossen ist.

Bis ans Ende der Erde

   J. Schäfer         

Freitag, 20. Juni bis Sonntag, 29. Juni

Während die Gegend rund um Nantes früher zur Brteagne gehörte und Nantes deren Hauptstadt war, wurde sie 1956/1957 als Pays de Loire zum von der Bretagne abgetrennten Département und Rennes die Hauptstadt der heutigen Bretagne, in die ich nun komme. Zuerst nach Théhillac bei Vannes zu dieser Kirche, wo Albinus von Angers vielleicht Abt war.

In der Vendée und im Anjou

   J. Schäfer         

Dienstag, 3. Juni bis Pfingstmontag, 9. Juni

Zum Abschied vom Campingplatz in Magné am Montagabend: ein Heißluftballom - Montgolfière, wie mein französischer Nachbar stolz und richtig sagt -, der auf dem Feld daneben zur Landung ansetzt.
Gelesen: Mit kühnen Worten hat sich der Präsident von Burkina Faso, Captain Ibrahim Traoré, in einer Videobotschaft an denen Papst Leo XIV. gewandt:
Ich führe eine Nation, die von der Welt so lange beiseite geschoben wurde, bis sie sich weigerte, länger zu schweigen. Man sagte uns, wir seien zu arm, um unabhängig zu sein, zu schwach, um souverän zu sein, zu instabil, um Widerstand zu leisten. Aber ich sage Ihnen dies im Namen meiner Vorfahren: Wir werden nicht länger um die Erlaubnis bitten, existieren zu dürfen.
Wir haben es satt, bei Mächten, die unsere Bodenschätze ausbeuten und gleichzeitig Moral predigen, um Anerkennung zu betteln. Und wir haben es satt, absolut satt, zuzusehen, wie die geistigen Führer der Welt ihre Ohren vor Afrikas Schreien verschließen, weil Hinzuhören eine unbequem Politik wäre.
… Wir brauchen keine weiteren Plattitüden. Wir brauchen keine weiteren Gedanken und Gebete, während westliche Firmen unter bewaffneter Bewachung Uran im Niger und Gold im Kongo fördern.
(die ganze Botschaft: https://gela-news.de/botschaft-von-ibrahim-traore-an-papst-leo-xiv)

Durchs Poitou nach La Rochelle

   J. Schäfer         

Sonntag, 25. Mai bis Montag, 2. Juni

Am Sonntag geht es zunächst wieder ein Stück nach Süden, zuerst zu dieser Pfarrkirche in Salagnac - heute Le Grand-Bourg - bei Limoges, wo Leobonus lebte und starb. Dort proben Musiker gerade für die Messe.

Im Limousin

   J. Schäfer         

Donnerstag, 15. Mai bis Samstag, 24. Mai

Ich blieb dann doch noch drei Tage länger auf dem Campingplatz in Saintes; zum einen erwischte mich eine leichte Sommergrippe, zum anderen bewahrheitete sich wieder einmal die alte Indianerweisheit, dass es nicht gut ist, wenn das Pferd schneller unterwegs ist als die Seele. Am Samstag besuchte ich die Stellen in der Stadt, zuerst die Kathedrale, wieder mit prächtigem Tympanon. Arnual von Saintes, Concordius von Saintes, ein Decentius, Eutropius von Saintes, Leodegar von Saintes, Palladius von Saintes, Trojanus von Saintes und Vivianus von Saintes waren hier Bischöfe, zudem auch Petrus Ludwig de La Rochefoucauld-Bayers, den ich hier neu entdecke. Eutropius von Saintonge war Abt des Klosters an der Kathedrale, das Martin von Lyon gegründet hatte; Ceratus von Grenoble fand hier ein Grab.

Vom Limousin durchs Périgord zum Atlantik

   J. Schäfer         

Montag, 5. Mai bis Mittwoch, 14. Mai

Im abgelegenen Saint-Hilaire-Foissac bei Tulle war Jakob Lombardie - den ich ja eben erst in der Kathedrale in Tulle entdeckte - Pfarrer an der Kirche, bis er in der Französischen Revolution als Märtyrer starb. Im ebenso ländlichen und kleinen Chaumeil bei Limoges lebte Baomir als Einsiedler; in dieser Kirche des Ortes findet sich aber - auch in der informativen Info-Broschüre - kein Hinweis auf ihn.