Welt bereisen Das Reiseblog des Ökumenischen Heiligenlexikons

Reiseberichte

Im Norden von Burgund

   J. Schäfer         

Mittwoch, 14. Oktober, bis Montag, 19. Oktober

Am Mittwoch geht es dann weiter. Zwar ist Wetterbesserung angekündigt, aber die lässt zunächst noch auf sich warten. Im nahen Alesia - dem heutigen Alise-Sainte-Reine -, wo die vereinigten Gallier unter Vercingetorix 52 v. Chr. gegen das Heer der Römer unter Julius Caeser ihre entscheidende Niederlage erlitten, ist zudem die Hauptstraße gesperrt, Fußmarsch durch den steilen Ort ist angesagt. Hier wird die Märtyrerin Regina verehrt. Über ihrem Todesort, einer Quelle, wurde eine Kapelle errichtet, die zum Wallfahrtsort wurde. Daneben wurde 1910 dieses Museum Alesia eingerichtet, das 2001 zu den heutigen Ausgrabungen der antiken Stadt hoch über dem Ort verlegt wurde.

Nicht weit ist es dann nach Ménétreux-le-Pitois bei Dijon; wohl an der Stelle der heutigen Pfarrkirchee Johannes von Réôme als Einsiedler lebte. Daraus wuchs ein Kloster, das er leitete; Silvester von Réome wurde dann sein Nachfolger als Abt. Auf dem hoch über dem Ort gelegenen Platz der ehemaligen Burg in Montbard, in der Aleth von Dijon geboren wurde, findet gerade diese kleine Zeremonie der Polizei statt - mit der Marseillaise aus dem Lautsprecher und viel Strammstehen.

Im Weiler Courtangy, einem Ortsteil von Crépand bei Dijon, wurde an der Stelle eines heutigen Bauernhofes Johannes von Réôme geboren. Wirklich sehenswert ist die ausgezeichnet gepflegte Anlage des ehemaligen Klosters Fontenay in Marmagne bei Auxerre - heute in Privatbesitz und UNESCO-Weltkulturerbe - mit diesem Torhaus. Bernhard von Clairvaux gründete es, Godefridus von Langres war der erste Abt, Humbald von Auxerre unterstützte das Kloster, Marcianus „der Hirte” starb hier.

In der ehemaligen Burg in Brémur-et-Vaurois bei Dijon wurde wohl Florentin gemartert, unweit ist ihm die Kirche geweiht. In Châtillon-sur-Seine komme ich zu dieser Kirche Saint-Vorles, an deren Schule Bernhard von Clairvaux ausgebildet wurde und die die Gebeine von Verolus enthält, aber geschlossen ist. Direkt daneben gibt es Reste der ehemaligen Burg, in der Karl von Blois und Tezelin „der Blonde” geboren wurden.

Im ehemaligen Kloster Saint-Pierre-et-Saint-Paul in Pothières bei Dijon gab es die Reliquien von Eusebius und Gefährten, Saro war dort Abt. Nur diesen Einblick erhasche ich aus ihrem Vorraum in die Pfarrkirche von Marcenay bei Langres, in der Verolus bestattet war.

In Privatbesitz ist seit der Französischen Revolution das ehemalige Kloster Molesme, dessen Reste derzeit renoviert werden und unzugänglich sind. Alberich von Cîteaux war hier Prior, Annas de Pérusse d'Escars de Givry von Metz Abt, Bruno der Kartäuser, Guarinus von Sitten, Odo von Molesme und Stephan Harding waren Mönche, Robert von Cîteaux gründete das Kloster, im Artikel Zisterzienserorden ist es erwähnt. Mehr zu sehen gibt es in Landrevilla, zuerst im Wald nahe des Ortes den Brunnen von Belina und dem nahe dieser 1924 geweihte Kalvarienberg, etwas entfernt auch die ihr geweihte Kapelle und im Ort die Pfarrkirche, die nun ihre Gebeine birgt.

Früher lagen Belinas Gebeine im nahen, heute abgegangenen Kloster Notre-Dame de Mores in Celles-sur-Ource. Der Ort liegt schon in der Champagne, man riecht jetzt in der Zeit der Weinlese den typischen Geschmack und sieht an den im Ort augestellten Bildern den Stolz der Champagner-Produzenten. Unzugänglich ist auch das Schloss in Chacenay, dessen Herrn Agnes von Brienne heiratete.
Meinen Übernachtungsplatz finde ich nahe meines nächsten Zieles am Parkplatz des Friedhofs in Brienne-le-Château bei Bar-sur-Aube, wo es eine Toilette und eine sehr ruhige Nacht gibt.

Nicht weit ist es am Donnerstag dann zum abgelegenen Bauernhof mit den Resten des ehamligen Klosters Basse-Fontaine in Brienne-la-Vieille, in das Agnes von Brienne eintrat. In der - wieder einmal geschlossenen - Pfarrkirche in Montiéramey bei Troyes gibt es Reliquien von Victor. An der Pfarrkirche in Isle-Aumont bei Troyes mit diesem Portal gab es dereinst ein Kloster, in das Exuperantia eintrat und in dem Ursio Abt war.

In der Stadt Troyes war ich schon, inzwischen kamen nun das von Heinrich von Troyes gegründete ehemalige Hôtel-Dieu - heute Teil der Universität - mit diesem monumentalen Zaun hinzu und dann auch noch das - heute modernisierte - Geburtshaus von Margareta Bourgeoys.

In dieser - auch geschlossenen - Pfarrkirche in Creney-près-Troyes gibt es ein Reliquiar von Aventinus. Immerhin einen Einblick gewährt die Pfarrkirche in Sainte-Maure bei Troyes, in der Maura von Troyes bestattet wurde. In Saint-Lyé bei Troyes stiftete Romanus von Reims das Kloster, an dessen Stelle heute die Behinderteneinrichtung Domaine de Mantenay beheimatet ist.

Auch die Pfarrkirche in Rigny-la-Nonneuse bei Troyes, wo Winebald als Einsiedler lebte, gewährt immerhin diesen Einblick. Wieder geschlossen ist aber die Lupentius von Châlons-sur-Marne geweihte Pfarrkirche in Saint-Lupien.

In Marcilly-le-Hayer bei Troyes komme ich zur Kirche, nicht aber zur Flavitus von Sens geweihten Kapelle außerhalb des Ortes, die ich erst jetzt Dank ChatGPT lokalisieren kann. In seinem Geburtshaus, dem Schloss Cérilly im Département Yonne, hatte ein späterer Kardinal eine Marienerscheinung; wo so viele ist auch dieses Schloss offenbar nicht wirklich bewohnt, aber wie üblich für die Öffentlichkeit unzugänglich.

Nahe Arces-Dilo bei Sens war die Einsiedelei, in der Ebbo von Sens das Ende seines Lebens verbrachte. Heute erinnert an dieser Stelle das Kreuz von Ebbo und daneben liegt dieser bearbeitete Stein, dessen Funktion auch der KI unbekannt bleibt.

In Avrolles, einem Ortsteil von Saint-Florentin bei Auxerre, ist dieser Kirchturm von der ebenfalls im 15. Jahrhundert errichteten Kirche getrennt. In der - heute abgegangenen - ihr geweihten Kirche, die auf dem heutigen Friedhof stand, wurde Beata von Sens bestattet.

In die Häuserreihe intergriert ist dieser Eingang zur - geschlossenen, weil Baustelle - Kirche in Brienon-sur-Armançon, wo Franziskus Hunot und seine Cousins Johannes Hunot und Sebastian-Lupus Hunot Kanoniker waren und wo Lupus von Sens starb.

Geschlossen ist auch diese wuchtige Kirche in Seignelay, wo Ebbo von Sens die Sarazenen besiegte. Letztes Ziel ist heute das ehemalige Kloster in Pontigny bei Auxerre. Andreas von Chaalis, Edmund und Wilhelm von Donjeon waren hier Mönche, Humbald von Auxerre hatte es gestiftet und Stephan Harding gegründet, Guarinus von Bourges, Hugo von Mâcon und Petrus I. von Arras waren Äbte, Edmund von Abingdon, Richard von Chichester und Thomas Becket fanden hier Zuflucht, bei Bernhard von Clairvaux und im Artikel Zisterzienserorden ist es erwähnt. Weil es schon später am Abend ist, besitze ich die Frechheit, trotz Sperranalge die Zufahrt zu benutzen, denn sie ist offen. Aber nachdem während meiner Besichtigung der Handwerker die Anlage verlassen hat, ist sie zu; glücklicherweise gibt es die Rezeption des Luxushotels und nach Schilderung meines Problems begleitet mich der Diensthabende anstands- und kommentarlos, um die Sperre zu öffnen. Auch das ist französisches savoir vivre - leben und leben lassen, nicht Recht haben müssen.
So komme ich nach wieder erlangter Freiheit zur Raststätte Venoy-Chablis für eine einigermaßen ruhige, aber kalte Nacht.

Der Freitag beginnt an der Pfarrkirche in Flogny-la-Chapelle bei Auxerre, wo Jakobus II. von Flogny geboren wurde. Das Waschhaus in Collan steht an der Stelle der einstigen Einsiedelei von Robert von Molesme, deshalb gibt es darin diese Statue von ihm.

In Tonnere bei Auxerre wurden in der - heute in Ruinen liegenden - Burg Ebbo von Sens und Guericus von Sens geboren. Etwas unterhalb sehe ich diese mächtige Kirche Saint-Pierre. Dann sehe ich das große ehemalige Hôtel-Dieu - heute Museum -, das Margarita von Burgund stiftete und das ehemalige Kloster Saint-Michel - heute ein Restaurant und eine Pension -, in dem Robert von Cîteaux Abt war und Theoderich II. von Orléans starb.

Privatbesitz und außerhalb der Sommer-Ferienzeit unzugänglich ist das ehemalige Kloster Quincy in Tanlay bei Auxerre, in dem Gualterus wohl Abt war. Hoch auf einem Hügel sehe ich nach kräftezehrendem Aufstieg dann dieses - heute geschlossene - Schloss Maulness, an dessen Stelle die Burg stand, in der Margarita von Burgund lebte.

Idyllisch, aber frisch renoviert: diese Leutekirche neben dem ehemaligen Priorat in Grimault; Elogius von Lagny lebte hier als Einsiedler.

Eine sehr gepflegte Anlage - heute Sitz einer Pension - ist das ehemalige Kloster Reigny nahe Vermenton bei Auxerre, errichtet auf Land, das Desiderius von Auxerre seiner Kirche geschenkt hatte. Im kleinen Dorf Sainte-Pallaye sehe ich die - geschlossene - Pfarrkirche, in deren Krypta das Grab von Palladia ist und nahe Prégilbert bei Auxerre die Reste des ehemaligen Klosters Crisenon, an dessen Weihe Humbald von Auxerre teilgenommen hatte.

In der - leider ebenfalls geschlossenen, aber diesen Einblick gewährenden - frisch renovierten Pfarrkirche in Escolives-Sainte-Camille bei Auxerre lagen die Gebeine von Camilla von Auxerre, bis sie durch Hugenotten verbrannt wurden.

Am Abend reicht es noch für den Besuch in Auxerre. Gottfried von Auxerre und Justus von Beauvais wurden hier geboren, Julian starb hier als Märtyrer Peregrinus von Auxerre und Jovinianus und Marsus waren frühchristliche Glaubensboten und Valerianus von Auxerre frühchristlicher Bischof. Ich habe Glück und finde einen Parkplatz wenige Meter vor dieser Kathedrale. Bischöfe waren hier Aaron von Auxerre, Abbo von Auxerre, Alanus von Auxerre, Alodius von Auxerre, Amator von Auxerre, Aunarius von Auxerre, Betto von Auxerre, Christian von Auxerre, Claudius von Auxerre, Desiderius von Auxerre, Droctoald von Auxerre, Foucauld von Auxerre, Fraternus von Auxerre, Germanus von Auxerre, Gregor von Auxerre, Guido von Auxerre, Haymarius von Auxerre, Herefridus von Auxerre, Heribald von Auxerre, Hugo von Mâcon, Humbald von Auxerre, Maurinus von Auxerre, Optatus von Auxerre, Palladius von Auxerre, Quintilianus von Auxerre, Romanus von Auxerre, Tetricus von Auxerre sowie Vigilius von Auxerre. Saturnus war Archidiakon, Domnolenus von Pouilly Pfarrer, Austregisil von Bourges Subdiakon. Firmatus und Flaviana lebten in Auxerre als Diakon bzw. Jungfrau. Lupus von Sens war hier Schüler, Mamertinus wurde hier getauft. Von Mauritius, Ragnobert von Bayeux sowie Quiricus und Julitta gibt es Reliquien, Moderatus und Felix werden verehrt.

Das Kloster Saint-Germain in Auxerre ist samt seiner Kirche heute Stadtmuseum, darin diese moderne Skulptur von 1960 mit dem Titel Erscheinung. Abbo von Auxerre, Alodius von Auxerre, Makarius von Saint-Germain, Mamertinus Palladius von Auxerre, Quintilianus von Auxerre, Saturnus, Tetricus von Auxerre und Urban V. waren hier Äbte, Florentius war Mamertinus' Gefährte, Thomas Becket studierte hier. Von Aaron von Auxerre, Betto von Auxerre, Fraternus von Auxerre, Germanus von Auxerre, Gregor von Auxerre gab es hier das Grab, Porcaria hatte Germanus bestattet. Und von Cottus, einem der Gefährten von Priscus sowie von Optatus von Auxerre gab es Reliquien.

Das von Bischof Vigilius von Auxerre gegründete damalige Kloster Notre-Dame-la-d'Hors stand an der Stelle diesees heutigen Justizpalastes. Er gründete auch eine Kirche mit Hospiz an der Stelle des heutigen Ursulinenklosters.

In der - juhu: noch geöffneten - Kirche Saint-Eusèbe finde ich diese - unidentifizierte - Statue eines Bischofs. Hier wurden Foucauld von Auxerre und Palladius von Auxerre begraben; Humbald von Auxerre refomierte das damalige Kloster an dieser Kirche.

Schon von Weitem grüßt die Kirche Saint-Pierre; Humbald von Auxerre refomierte auch das damalige Kloster an dieser Kirche.

Zum Abschluss des Rundgangs in Auxerre leuchtet die Kathedrale im Widerschein des Abendrotes. Ich schlafe auf der Raststätte Venoy-Ost - größer als die auf der Westseite, aber der Parkplatz ist dennoch autobahnnäher und lauter.

Der Samstag führt mich wieder in die Provinz und auf die schmalen Straßen, zuerst nach Merry-Sec bei Auxerre, wo die - geschlossene - Pfarrkirche auf Desiderius von Auxerre zurückgeht. Zu ist auch die Kirche in Druyes-les-Belles-Fontaines bei Auxerre, die auf das von Romanus von Subiaco gegründete ehemalige Kloster zurückgeht. Und wieder geschlossen nach langer Anfahrt: die Pfarrkirche in Annay-la-Côte bei Auxerre, wo Scubilion Rousseau geboren wurde. Und nochmals daselbe an der Pfarrkirche in Saint-Malo-en-Donziois bei Nevers, wo Gregor Coustureau, ein Gefährte von Clemens Collianus, Pfarrer war. Geschlossen schließlich auch diese hinter Bäumen versteckte Pfarrkirche in Colméry, wo Petrus Chevau, auch ein Gefährte von Clemens Collianus, Pfarrer war.

Fest verrammelt ist auch die Zufahrt zum heutigen Schloss de Vergers in Suilly-la-Tour bei Auxerre, an dessen Stelle die einst von Palladius von Auxerre errichtete, Germanus von Auxerre geweihte Kirche stand. Ich fahre zur dieser schönen Pfarrkirche im Ort, aber auch sie ist geschlossen und hat auch mit Palladius' Kirche nichts zu tun.

Auch wenn der Tag heute von Misserfolgen und zudem vom aufziehenden Herbstwetter geprägt war, gibt es die erfreulichen Momente. An der - offenen (!!) - Kirche des einstigen Klosters und Hospizes in Moutiers-en-Puisaye bei Auxerre, die angeblich der Vater von Quintilianus von Auxerre hatte errichten lassen, sehe ich dieses Fragment des 1879 gepflanzten und 2011 aus Sicherheitsgründen gefällten Freiheitsbaumes samt dessen spielerischer Kopie. Auch die Pfarrkirche in Mezilles bei Auxerre ist offen; sie ist Marcianus „dem Hirtne” geweiht, der hier lebte.

Auch geöffnet, weil die Vorabendmesse vorbereitet wird, ist am Abend noch diese Pfarrkirche in Toucy bei Auxerre, die nicht verhehlt, dass sie auf einer früheren Befestigungsanlage erbaut wurde. Einst starben hier Priscus und Gefährten.
Da es in hier der Gegend keinen akzeptablen und noch offenen Campingplatz gibt, hatte ich beschlossen noch einen fünften Tag anzuhängen und verbringe eine wieder etwas geräuschvollere und wieder kalte Nacht auf der Raststätte La Réserve.

Der Sonntag beginnt an dieser - geschlossenen - Pfarrkirche im Dorf Saint-Cydroin, wo nach örtlicher Überlieferung Sidronius starb. Im nahen Joigny sehe ich das Geburtshaus von Magdalena Sophie Barat. Und in Cudot bei Montargis - mit ebenfalls geschlossener Kirche - lebte Alpais von Sens als Reklusin.

Dann komme ich nach Sens und sehe zuerst dieses Rathaus. Ado von Vienne wurde in der Gegend geboren, Beata (Benedicta) von Sens und Kolumba von Sens starben hier,, Maturinus von Sens war hier Priester und Pipio sein Diakon, der Leichnam von Vigilius von Auxerre bewirkte Wunder.

Wenige Schritte weiter ist diese Kathedrale mit dem angebauten Bischofspalast, der heute Museum ist. Agricius von Sens, Aldrich von Sens, Amatus von Sitten, Ambrosius von Sens, Anastasius von Sens, Arnulf von Sens, Artemius von Sens, Ebbo von Sens, Eberhard von Sens, Egil von Sens, Gondelbert von Senones, Guericus von Sens, Honobertus und Honulphus, Leo von Sens, Lupus von Sens, Polykarp von Sens, Potentianus von Sens, Theodor von Sens, Wolfram (Oufran) waren hier Bischöfe bzw. Erzbischöfe, Stefan von Uppsala wurde hier zum Erzbischof geweiht und Flavitus von Sens zum Priester. Bernhard von Clairvaux und Humbald von Auxerre nahmen an der Synode teil, von Colloquil, Sidronius und Theobald von Provins gibt es Reliquien, im Artikel Templerorden wird der Erzbischof erwähnt.

Gegenüber der Kathedrale: diese Markthallen von 1882.

Die anderen Ziele in Sens liegen dann so weit auseinander, dass ich sie - begünstigt vom spärlichen Sonntags-Verkehr - mit der Kiste besuche, zuerst das ehemalige Kloster Saint-Jean-lès-Sens, von dem heute die Kapelle des gleichnamigen Krankenhauses zeugt. Betto von Auxerre war hier Abt. Dann sehe ich die Stelle des spurlos abgegangenen ehemaligen Klosters Saint-Pierre-le-Vif; Ebbo von Sens war hier Abt, Guericus von Sens, Paternus von Sens und Theoderich II. von Orléans waren Mönche, Majolus von Cluny unterstand es, von Felix und Angilbert, Sabinianus von Sens, Sanctianus und Gefährten und Theodechild von Sens gab es Reliquien. Und in dieser Kirche Saint-Savinien, wo nicht nur das Gebäude, sondern schon der Zgang verschlossen ist, ist dann das Grab von Sabinianus von Sens.

In Saint-Denis-lès-Sens stand das Kloster Sainte-Colombe - heute ein berufsqualifizierendes Gymnasium. Betto von Auxerre wurde dort erzogen, Eberhard von Sens war Abt, Thomas Becket war hier im Exil, Kolumba von Sens, Lupus von Sens fanden dort ihr Grab, von Flavitus von Sens und Theobald von Provins gab es Reliquien. In Paron steht hoch am Berg das Privathaus L'Ermitage an der Stelle der einstigen Einsiedelei von Baldus von Sens. In Courtois-sur-Yonne bei Sens ist die Pfarrkirche Artemius von Sens geweiht, in Sergines bei Sens ist diese Pfarrkirche Paternus von Sens geweiht. In diesem Ort wäre der Campingplatz gewesen, auf dem ich die kommenden Tage arbeiten wollte. Aber gestern, in der Kathedrale in Auxerre - der Geist weht, wo er will - kam mir die Idee, nicht hier zu arbeiten, sondern zuhause, denn nach Ende der nächsten Arbeitsphase ist Winterzeit und das Ende sinnvollen Fotografierens und damit der Reise erreicht, zudem ist die Wetterprognose nicht Mut machend.

Im Lauf des heutigen Tages hat sich der Entschluss gefestigt, ich fahre also Richtung Osten nach Perthes in der Champagne, denn das hatte ich zuvor aufgrund eines Ortungsfehers übersehen. In dem dort heute als touristisches Fischzuchtgebiet genutzten Gelände Place Royale stand dereinst die Residenz, in der Ama von Joinville, Hulda von Troyes, Liutrud von Perthois, Pusinna und Manechild von Perthes geboren wurden. Und im Kloster an dieser heutigen Pfarrkirche lebte Leodegar.
Ich fahre noch bis zum Einbruch der Dunkelheit und schlafe dann auf dem Parkplatz des Einkaufszentrums Leclerc in Bar-le-Duc.

Am Montag geht es dann angenehm, zügig und auch in Deutschland staufrei zurück nach Stuttgart und ich kann am Abend noch mit der Familie Essen gehen.

Die Bilanz dieser Reise: 7787 km gefahren, 1674 Fotos gemacht, davon kamen 273 ins Heiligenlexikon.

geschrieben vom 20. bis 27. Oktober 2026

In Burgund

   J. Schäfer         

Montag, 5. Oktober, bis Dienstag, 13. Oktober

Am Montag geht es noch einmal nach Besançon. Die Kapelle in der Zitadelle an der Stelle der ehemaligen Kathedrale Saint-Étienne spare ich mir, dort gibt es nichts zu sehen. Germanus von Besançon, war hier Bischof, ebenso Hilarius von Besançon, er baute dann auch die Kathedrale Saint-Jean, Linus von Bisuntina gilt als erster Bischof der Stadt. Anianus von Besançon, Antidius von Besançon, Claudius von Condat, Donatus von Besançon, Hugo I. von Besançon , Nicetas von Besançon und Prothadius von Besançon waren Erzbischöfe, Lautenus wurde hier zum Priester geweiht. In einem Vorort besuche ich aber die Kirche Saint-Ferjeux mit diesem Tympanon, die Anianus von Besançon erbauen ließ über der Höhle, in der die Glaubensboten Ferreolus und Ferrutius von Besançaon lebten.

Vogesen und Besançon

   J. Schäfer         

Montag, 28. September, bis Sonntag, 4. Oktober

Am Montag verlasse ich den Campingplatz in Belfort und suche in der Stadt eine Tankstelle, die Diesel hat. In Frankreich hat der absolute Marktführer TOTAL eine freiwillige Obergrenze für die Kraftstoffe eingeführt, für Diesel waren das 2,259 €; aber nun ist der Saft zur Mangelware geworden und die Obergrenze gilt nicht mehr. An den Tankstelle, die noch billig sind, gibt es deshalb große Schlangen, an vielen Tankstellen aber gar keinen Sprit mehr. Und so muss auch ich vier Tankstellen anfahren, um endlich Futter für die Kiste zu bekommen. Dann geht es Richtung Osten, ins Elsass, zuerst dort weit im Süden nach Bouxwiller bei Colmar, wo es in dieser - leider nur sonntags geöffneten - Pfarrkirche Reliquien von Leo IX. gibt. Auf der Weiterfahrt verpasse ich in einer Baustelle die Richtige Spur, lande deshalb auf der Autobahn und in Basel in der Schweiz - hoffentlich haben die hier keine Kamera, denn ich habe keine schweizer Autobahn-Vignette - und komme dann zu dieser Pfarrkirche in Rixheim bei Mulhouse, wo es - angeblich - eine Marienerscheinung gab.

Jura und Alpen

   J. Schäfer         

Donnerstag, 10. September, bis Samstag, 19. September

Die Herbstreise führt mich wieder nach Frankreich, ich beginne im Dorf Montperreux bei Besançon, wo Isidor Gagelin geboren wurde und in dieser Pfarrkirche umfangreich gewürdigt wird.

Flucht vor der Hitze

   J. Schäfer         

Samstag, 11. Juli

Eigentlich hätte ich noch vier Tage Zeit gehabt und auch noch Ziele für zwei Tage, aber in der Nacht zum Samstag - nachdem es um 0 Uhr 29,4° hatte - beschlossen, vor der Hitze - angekündigt waren wieder bis zu 42° - zu fliehen und gleich nach Hause zu fahren. Wie erwartet war die Umfahrung von Paris von Dauerstau geprägt, sonst aber gab es auf der Autobahn - sogar in Deutschland - nur mäßigen Verkehr, so dass ich trotz einiger Trinkpausen noch am Abend in Stuttgart ankam.

Und die Bilanz dieser Reise: 9594 Kilometer gefahren, 4048 Fotos gemacht, davon kamen 679 ins Heiligenlexikon.

geschrieben am 12. Juli 2026

Nördlich und westlich von Paris

   J. Schäfer         

Donnerstag, 2, Juli, bis Freitag, 10. Juli

Erstes Ziel ist heute nochmals das Kloster Saint-Wandrille in Saint-Wandrille-Rançon mit dieser zur heutigen Kirche umgebauten ehemaligen Zehntscheuer - leider verschlossen ., nachdem ich am vergangenen Donnerstag ja dort den Eingang verfehlt hatte. Es ist regenrisch mit wolkengrauem Himmel, die Ausbeute im Klostergelände ist mäßig, interessanter ist für mich die daneben stehende Pfarrkirche in Saint-Wandrille-Rançon. Dann geht es nach Pavilly bei Rouen zur Kapelle des einstigen Klosters, in dem Austreberta von Pavilly und Juliana von Pavilly Äbtissinnen waren und das Philibert von Jumièges gegründet hatte.

Im Süden der Normandie

   J. Schäfer         

Mittwoch, 24, Juni, bis DonnerstagMittwoch, 1. Juli

Nachdem ich den Dienstag, den zweiten der angekündigten Tage mit extremer Hitze, noch am Campingplatz in Surtainville am Meer verbracht habe, ging es am Mittwoch weiter Richtung Süden, beim Fahren habe ich ja die Kimaanalge. Zuerst komme ich nach Le Mesnil bei Cherbourg mit dieser Kirche; hier wurde Marie Coueffard, eine Gefährtin von Wilhelm Répin, geboren.

In der Normandie

   J. Schäfer         

Samstag, 14. Juni, bis Dienstag, 23. Juni

Nachdem sich am Nachmittag des Freitags das Wetter endlich deutlich gebessert hat, geht es am sich sonnig erweisenden Samstag weiter, zuerst ins Dorf Torcy le Grand bei Dieppe, wo Ribert taufte und ihm diese Pfarrkirche geweiht ist.

An der Nordsee

   J. Schäfer         

Diensag, 2. Juni, bis Freitag, 12. Juni

Ich blieb dann noch einen Tag länger als ursprünglich gedacht auf dem schönen Campingplatz Bloemstraete - der Nordwesten von Frankreich ist Französisch-Flandern und hier wird auch Flämisch gesprochen. Am Dienstag trotze ich Husten und Schnupfen, die mich befallen haben, und auch der Kühle und dem Regen, und fahre ins nahe Saint-Omer, zuerste zu dieser mächtig-prächtigen Kirche des ehemaligen Kollegs der Jesuiten. Die Gründung der englischen Abteilung zur Ausbildung von Priestern für die Gegenreformation in England beförderte Henry Walpole. Philipp Evans, Ralph Corby (Corbington), Thomas Bullaker, Thomas Garnet, Thomas Holland, Thomas Thwing und Wilhelm Ireland wurden dann dort ausgebildet.

Im Département-Nord

   J. Schäfer         

Freitag, 15. Mai, bis Donnerstag, 21. Mai

Der Abschied vom ordentlichen Campingplatz in Triel-sur-Seine und von Paris fällt mir schwer, aber nun geht es einen großen Sprung nach Norden, zunächst nach Lesquielles-Sainte-Germain bei Vervins; in der Germana geweihte Kirche Sainte-Germain gab es die Reliquien von Proba und Germana, aber die Kirche wurde entweiht, dann als Kegelbahn genutzt. Nun sieht es innen so aus, denn aus der Kirche soll eine Markthalle werden. Ein Planungsfehler führt mich dann nach Mézières-sur-Oise bei Saint-Quentin - aber als ich die Kirche sehe erkenne ich: da war ich ja schon.

Im Zentrum und Süden von Paris

   J. Schäfer         

Donnerstag, 7. Mai, bis Donnerstag, 14. Mai

Nachdem sich das Wetter gebessert hat, jedenfalls der Regen aufgehört hat, fahre ich am Donnerstag wieder mit dem Zug in die Stadt und setzte zunächst den Rundgang im Zentrum fort. Zuerst komme ich zu dieser Kirche Saint-Leu-Saint-Gilles mit Reliquien von Helena; die Kirche ist aber erst nachmittags geöffnet.

Im Norden und Süden von Paris

   J. Schäfer         

Sonntag, 3. Mai, bis Mittwoch, 6. Mai

Den Sonntag nutze ich wieder, um Ziele mit der Kiste zu erreichen, zuerst diese 1933 bis 1937 gebaute Kirche Saint-Jean-Bosco mit ihrem zahnstocherartigen Turm. Heinrich Planchat hatte hier zuvor eine Turnhalle und Werkstätten für die Ausbildung von fast 500 Jungen und Lehrlingen gegründet. Das Frühsommer-Wetter der vergangenen Tage ist leider vorbei, nun herrscht trotz Mai Arilwetter mit Regenschauern.

Über Compiègne ins Herz von Paris

   J. Schäfer         

Sonntag, 26. April, bis Samstag, 2. Mai

Am Sonntag fahre ich nach Compiègne, zuerst zu diesem Rest der ehemaligen Burg, dem Turm Jeanne d'Arc, nach ihr benannt, weil Johanna von Orléans in dieser Stadt gefangen genommen wurde. Bischof Kunibert von Köln hatte in der Burg einst beim Beschluss zur Reichsteilung von Austrasien und Neustrien mitgewirkt und Bischof Brun von Köln als Friedensstifter. Jakob I. von Toul hatte dort an einer Synode teilgenommen. Dann gehe ich zur großen Bibliothek Saint-Corneille, der einstigen Kirche des damaligen Klosters Saint-Corneille mit Reliquien von Cornelius.