Mittwoch, 15. Juni, bis Donnerstag, 23. Juni
Ein Nachtrag zu Salamanca: Die Pfarrkirche steht
etwa an der Stelle des ehemaligen Augustinerklosters, in dem zeitweise
Alfons von Orozco,
Johannes González von Sahagún und
Thomas von Villanova lebten und das 1812
durch Napoleon zerstört, dann ab 1843 als Gefängnis genutzt wurde.
Königlich: die Inschrift über dem Eingangsportal.
Noch ein Nachtrag:
Die Ausgaben für deutsche Entwicklungshilfe sind deutlich gestiegen. Deutschland zahlte nach OECD-Angaben im vergangenen
Jahr etwa 16 Milliarden €, das sind 0,52 % (versprochen seit über 30 Jahren sind 0,7 %) des Bruttonationaleinkommens, ist die
bislang höchste Quote und ein Anstieg um 26 Prozent gegenüber 2014. Da kann man doch nicht meckern, so wie ich es hier
im März getan habe?
Wer ist der größte Empfänger deutscher Entwicklungshilfegelder? Deutschland! Denn Deutschland rechnet rund 2,7 Milliarden
€ Flüchtlingskosten als Entwicklungsgelder an. Nur: diese Mittel tragen eben nichts zur Entwicklung armer Länder und zur
Bekämpfung von Fluchtursachen bei.
Und noch ein Nachtrag: auf der Fahrt von Guadalupe nach Robledillo de la Vera in der vergangenen Woche fuhr ich nur wenige Meter entfernt am Atomkraftwerk Almaraz vorbei, gegen das an diesem Wochenende Tausende demonstrierten. Eigentlich sollte das AKW, das 1983 ans Netz ging, schon 2010 abgeschaltet werden, doch wegen der Wirtschaftskrise verlängerte die damalige sozialistische Regierung die Laufzeit - um gleich zehn Jahre! Das AKW hat große Sicherheitsmängel: fünf Inspektoren der spanischen Sicherheitsbehörde hatten darüber informiert, dass der Reaktor schwere Kühlprobleme hat: die Technologie ist veraltet, die Kühlsysteme geben keine Garantie mehr, dass sie bei einem Zwischenfall tatsächlich eine Kernschmelze verhindern können, denn in den Pumpen ist ein Bauteil schadhaft, was zu deren Ausfall und in der Folge zur Kernschmelze führen kann. Den Inspektoren wurde verboten, das Problem in den Inspektionsbericht aufzunehmen, deshalb wandten sie sich an die Öffentlichkeit und forderten eine neue Inspektion der Anlage. Das geschah aber nicht, man beruft sich auf entwarnenden Angaben des französischen Reaktorbauers AREVA - das ist die Firma, die Schlagzeilen machte, weil sie 500 Sicherheitszertifikate gefälscht hat.
Das kleine Kloster in Mancera de Abajo bei Ávila war
die erste Gründun von Johannes vom Kreuz, der
es aber bald schon wieder aufgab; die nachfolgenden Franziskaner
mussten 1835 in der Säkularisation das Kloster verlassen. 1943 belebte
Maria von den Wundern Jesu das Kloster wieder.
Als ich am Mittwochmorgen ankomme, ist gerade ein Priester bei den Nonnen, er freut sich über den Fremden und wundert sich,
dass ich diesen Ort tief in der Provinz finde, etwas über den Gründer und sogar über Maria Maravillas weiß. Er bietet mir an,
die Kirche aufzuschließen, aber das dauert: wer hat wann wo wie und warum den Schlüssel gelassen? Nach zehn Minuten frieren -
denn es ist auch in Spanien kalt geworden, zumal hier auf fast 1000 m Höhe - kommt er doch mit dem Schlüssel und schließt stolz
die kleine Kirche auf. Und wundert sich noch einmal: über die wenig sakrale Verhaltensweise des Besuchers - ich als Protestant
praktiziere bewusst keine Verbeugung vor dem Altar -, während er gleich nach Betreten der Kirche zum Gebet niederkniet,
schließlich ist hier das für ihn AllerheiligsteDie Eucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi.
Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23..
Man muss das Kirchlein übrigens nicht gesehen haben, der Priester mit gutem Englisch war aber wirklich sehr freundlich.
Im damaligen Kloster Duruelo bei Blascomillan begann
Johannes vom Kreuz einst sein Reformwerk;
Maria von den Wundern Jesu hat auch dieses
Kloster 1944 wieder aufgebaut und belebt.
In Rágama bei Salamanca wurde ein
Märtyrer des Spanischen Bürgerkrieges
geboren.
Fontiveros bei Ávila hat dem hier geborenen
Johannes vom Kreuz nahe seines zur Kirche und
Kloster umgebauten Geburtshauses 1928 ein großes Denkmal errichtet.
Neben Johannes' zur Kapelle umgebuatem Geburtshaus in
Fontiveros wurde ein Kloster der Unbeschuhten
Karmeliter errichtet, das in der Säkularisation aufgelöst wurde.
Das Kloster des weiblichen Ordenszweiges auf der Südseite des Geburtshauses existiert bis heute.
Auch in Solana de Rioalmar bei Ávila wurde ein
Märtyrer des Spanischen Bürgerkrieges
geboren.
Die Fahrt geht durch die hügelige Hochebene auf bis zu über 1400 m Höhe. Hier hat die Natur mit den Steinen Mikado gespielt.
Irgendwo im Nichts: eine alte Kirche nahe der Ortschaft
Duruelo.
Von Süden hat man einen großartigen Blick auf die Stadt
Ávila, die komplett von der - 2007 bis 2010 -
renovierten - Stadtmauer eingeschlossen ist. In der Stadtmitte sieht man die Kathedrale, links außerhalb der Stadtmauer den
Turm des Karmelitinnenkloster de la Encarnación, in
dem Theresa von Ávila 27 Jahre lang lebte.
Am Aussichtspunkt steht ein
gedecktes Kreuz
, errichtet 1566, umgeben von Säulen aus der Römerzeit.
Die Kirche San Pedro außerhalb der Stadtmauer ist
die älteste erhaltene Kirche der Stadt, gebaut ab 1100.
gegenüber: eines der Stadttore
Neben diesem Stadttor: ein Denkmal für Theresa.
Die Rückseite des Bischofspalastes ist Teil der Statdmauer.
In diesem turmgekrönten Palast residiert die Provinzregierung.
An der Stelle des Geburtshauses von
Theresa von Ávila wurden 1629 bis 1636 diese
Kirche und ein Kloster der unbeschuhten Karmelitinnen
gebaut.
In die Kirche einbezogen ist ihr Geburtszimmer und davor eine Kapelle mit vielen
Bildern und mit diesem Altar.
Hinter Glas: Das Schlafzimmer von Theresas Eltern, in dem sie - jedenfalls der Überlieferung zufolge - geboren wurde. Im
Untergeschoss gibt es ein Museum, schön gemacht, aber strengstes Fotografierverbot; die Ausstellungsstücke sind aber nichts
wirklich Besonderes.
das südliche Stadttor
In diesem Gasthaus unweit der Kathedrale wohnte
Orson Welles während der Dreharbeiten zu seinem Film
Glockenspiel um Mitternacht
- deutsch: Falstaff
, es ist
die Verfilmung von Geschichten des Shakespeare-Helden. Welles habe gesagt: Ich würde am liebsten in Spanien wohnen, in
Ávila.
Eine Stadt aus Granit, raues Klima, ernste Stimmung
schreibt dagegen mein Reiseführer *. Ich schließe
mich Orson Welles an, mir gefällt die Stadt: sie ist weniger spanischer Flamenco und Machismo als portugiesischer Fado.
Aber auch hier wuchtig: die Kathedrale, gebaut ab
1091 und außen in weiten Teilen die Stadtmauer bildend. Hier wird - irrtümlich -
Secundus von Abula verehrt, sogar als Patron
der Stadt. Petrus Baptista Blázquez, einer
der Märtyrer von Nagasaki, war hier einige Zeit Kantor.
Natürlich darf hier Theresa von Ávila nicht
fehlen.
Wirklich sehenswert ist das Museum der Kathedrale, hier der Altar der Sakristei.
Gefällt mir: Maria mit dem
Jesuskind aus dem 13. Jahrhundert …
… und nochmals, ebenfalls aus dem 13. Jahrhundert.
der Gekreuzigte als Sieger, 12. Jahrhundert
Auch hier: Theresas
Transverberation
,
18. Jahrhundert
Das Grab von Alonso Fernández de Madrigal, Ratgeber des Königs, im Verdacht ketzerischer Ideen, dennoch Bischof von
Ávila 1454 bis 1455.
der Taufstein aus Alabaster, 14./15. Jahrhundert
Auf dem Platz vor diesem Stadttor steht ein Mann aus Bronze: Adolfo Suárez, der erste Ministerpräsident nach Franco von 1976 bis
1981, zuvor Francos Gefolgsmann, dann vom König ernannt, 1977 als Vertreter der
Union des Demokratischen Zentrums
gewählt.
Er ist nahe Ávila geboren.
Auch im Museum des Klosters San José herrscht leider
strengstes Fotografierverbot, für die
Klosterkirche gilt das allerdings nicht.
In El Barraco bei Ávila starb der Priester als
Märtyrer des Spanischen
Bürgerkrieges, ebenso in El Tiemblo. Auf der
Kirche wie hier überall: Storchennester.
Und dann inmitten dieser einsamen Berglandschaft: ein riesiges Satelitten-Teleskop der ESA. Immerhin sind wir hier gut 1300 m
hoch und sicher ist die Luft besonders rein.
Am königlichen Kloster El Escorial in San Lorenzo de El Escorial gibt es bis heute das
Kolleg der
Augustiner, an dem gerade Pause ist. Auch hier wird
Schuluniform getragen wie an den meisten höheren Schulen, besonders den kirchlichen - aber immerhin für die Mädchen nicht
wie sonst häufig Faltenröcke mit Schottenmuster.
Wie das mit Königlichem und Uniformierten so ist: Das ist seine Antwort auf die (Armenien-)Resolution: er (Erdoğan)
macht es nochmal
, stellt ein Forumsschreiber auf Telepolis zum
Artikel über die Zerstörung von
Diyarbakır fest.
Vor drei Jahren war ich dort und erlebte eine friedliche, weltoffene, lebendige Stadt mit
einigen Kirchen. Jetzt ist alles kaputt, zehntausende Menschen wurden vertrieben, Kulturgüter - auch muslimische - sind zerstört.
Der Bundestag hat mit seinem Beschluss, das damalige türkische Vorgehen als Völkermord
zu bezeichnen - ohne die damalige
deutsche Unterstützung daran zu thematisieren - den Armeniern einen Bärendienst erwiesen. Und schweigt zum aktuellen Geschehen,
denn wir sind wegen der Flüchtlinge ja auf Erdoğan angewiesen …
Den Besuch der riesigen Klosteranlage spare ich mir, die
Laurentius geweihte
Kirche - natürlich eine
Basilika - kann ohne Eintritt besucht werden, aber erst
nach passieren der Sicherheitsschleuse mit Körperscanner und Röntgencheck - der spanische Staat hat Sorgen um die Sicherheit.
Die Balustrate der Basilika des königlichen Klosters zieren Könige Israels.
Faustinus von der Menschwerdung Míguez war
Bibliothekar am Kloster, Manuel Formigo
Giráldez trat hier ins Kloster ein und lehrte am Kolleg, eine
Märtyrerin des Spanischen
Bürgerkrieges starb hier.
Die 1995 durch den Madrider Erzbischof gekrönte
Maria
de la Herreria
, vom Schmiedehammer
- nein, das ist kein Scherz! -
ist Patronin des Ortes El Escorial; hier starb
auch der Priester als Märtyrer des
Spanischen Bürgerkrieges.
An der Stracke liegt das
Valle de los Caídos
,
das Tal der Gefallenen
, eine vom Franco-Regime 1940 errichtete gigantische Anlage zum Gedenken an die faschistischen
Märtyrer
des Spanischen Bürgerkrieges. Das Kreuz ist 150 Meter hoch, die in den Fels gesprengte unterirdische
Basilika 262 Meter lang, vor ihrem Altar liegt Franco
begraben, der Ort bis heute Wallfahrtsort
der Franco-Anhänger. Die Idee, den Ort in eine Gedenkstätte umzugestalten,
hat bis heute keine spanische Regierung ausgeführt. Die 9 € Eintritt (!) spare ich mir und fotografiere das Foto …
… am auch schon mächtigen Eingang.
Ich besuche stattdessen den Märtyrerfriedhof in
Paracuellos del Jamara; auf diesem damaligen
Wiesenstück wurden alleine 126 seliggesprochene
Märtyrer des Spanischen Bürgerkrieges
verscharrt, das Feld wurde zur Gedenkstätte mit vielen Grabsteinen - darunter z. B. auch diesen für einen echten Kämpfer.
Der Plan stellt die Hinrichtungsorte dar, auf denen dann die Grabsteine gesetzt wurden.
Das erste Gräberfeld, das der am Morgen des 7. November 1936 Getöteten.
Die Rückseite des recht neuen Gedenksteins der Augustiner:
der Pater segnet die sterbenden Kämpfer gegen die demokratisch gewählte Regierung, die nach ihrem Tod direkt in den Himmel
auffahren. Sie haben nichts gelernt!
Auch recht neu: der offizielle Gedenkstein für die
für Glaube und Vaterland
Gestorbenen.
Rechte in Deutschland verübten in den ersten Monaten dieses Jahres bislang 563 Straftaten gegen Flüchtlingsunterkünfte, darunter 51 Brandstiftungen, und 824 Straftaten gegen Flüchtlinge außerhalb ihrer Unterkünfte, so auf öffentlichen Plätzen oder an Bushaltestellen. Das sagte der Kriminaldirektor beim Bundeskriminalamt, Marc Schmitz, bei einer Tagung der ostdeutschen Verfassungsschützer. In 202 Fällen gab es Angriffe gegen Amts- und Mandatsträger wie Politiker, die sich mit der Flüchtlingsproblematik beschäftigen, Polizisten und Sozialarbeiter. 30 von 1000 Bürgermeistern gaben an, körperlich (!) angegriffen worden zu sein im Zusammenhang mit der Flüchtlingspolitik.
Wie gewohnt riesig: das ehemalige Jesuitenkolleg in
Alcalá de Henares, an dem
Alcalá de Henares, eine kleinere Stadt nahe Madrid, war und ist das geistige Zentrum Spaniens, eine Stadt der Bildung. Aus
dem ehemaligen Franziskanerkloster, das
an dieser Stelle stand, wurde 1499 die Universität
…
… deren heutiges Hauptgebäude, direkt daneben, wahrhaft repräsentativ ist. Hier studierten
Didacus von Alcala,
Ignatius von Loyola,
Johannes von Ávila,
Thomas von Villanova,
Vinzenz Bernedo und
Martin von der Himmelfahrt Loynaz de Aguirre,
einer der Märtyrer von Nagasaki.
Auch gewaltig: das ehemalige Kloster der
Augustiner, heute Justizpalast.
Auf dem Hauptplatz der Stadt: der Turm der ehemaligen, im Spanischen Bürgerkrieg zerstörten Kirche Santa María.
Im Kloster und Kolleg der
Trinitarier studierte
Johannes Baptist von der Empfängnis García
Jijón; es ist heute die Universitätsbibliothek.
… und immer und überall: Störche
Auch der von Franz von Caracciolo gegründete
Orden hatte hier ein Kloster und Kolleg …
… ebenso wie die Augustinerinnen ihren
Konvent.
Die Kathedrale ist den Stadtpatronen
Justus und
Pastor von Madrid geweiht. Die Rivalität
zwischen Alcalá de Henares, der traditionsreichen und ehrwürdigen Stadt des Geistes, und
Madrid, der vergleichsweise jungen Hauptstadt, der
Stadt der Macht und der Emporkömmlinge, wird auch daran deutlich.
Nein: die
alte Zeit
war wahrlich oft nicht gut, wie das erzbischöfliche Gefängnis
unweit der Kathedrale zeigt.
Die Mercedarier hatten hier ihr
Kolleg …
… und die Augustiner
Kolleg und Konvent - heute von
Klarissen bewohnt - …
… und die Ursulinen ein großes
Kloster …
… ebenso wie auch die Zisterzienser …
… und die Karmeliter ein
Kolleg und Kloster …
… und auch die Klarissen, deren
Kloster bis heute bewohnt ist. Sie waren alle da:
wichtig, präsent zu sein, wo der Geist weht.
Stolz ist die Stadt auch, dass Miguel de Cervantes - 1547 - hier geboren wurde, deshalb ist der Hauptplatz der Stadt nach ihm
benannt und geziert von seinem Denkmal.
Weil wieder Regen drohte - immerhin: er kam nicht, ich blieb trocken - war die Hauptstraße fast menschenleer. Interessant sind
die alten gestelzten Häuser, die so bei Sonne wie Regen angenehmen Einkaufsbummel ermöglichen.
Als Ignatius von Loyola hier studierte, wohnte
er in diesem Haus, dem Hospital
de Antezana
.
Direkt daneben: das Geburtshaus von Cervantes. Es ist nicht original, aber an der originalen Stelle und heute Museum.
Davor sitzt natürlich Don Quichote und erzählt Geschichten.
Ehemals war es Fürstenpalast, heute ist es Residenz des Erzbischofs - ein würdiges Gebäude!
Hier traf Kolumbus zum ersten Mal die
katholischen Könige
, die ihn dann mit der folgenreichen Fahrt nach Indien
beauftragten.
Katharia von Aragón, Infantin von
Kastilien und später Frau des englischen Königs, wurde 1485 hier
geboren.
In Torrelaguna, wo ein späterer
Märtyrer des Spanischen
Bürgerkrieges geboren wurde, steht dieser alte
Turm, der der einst zur
Wallfahrtskirche Virgen de la Piedad gehörte, an der
Maria de la Cabeza „Toribia” Wunder wirkte. Sie
wurde im nahen Caraquiz geboren und verbrachte dort
nach der Trennung von ihrem Mann auch ihr Alter. Die Fahrt zur Ruine einer einst ihr geweihten
Kapelle führt über einen mit tiefen Rinnen
ausgewaschenen Feldweg - meine Kiste schafft das auch ohne 4x4 - Lob!
Das Wetter ist nicht toll, aber die Bergwelt beeindruckend, ich bewge mich auf rund 800 Metern, der Pico de Lobo im Norden
hat 2273 m.
In Redueña starben drei Ordensmann der
Maristen-Schulbrüder als Märtyrer des
Spanischen Bürgerkrieges.
Unterwegs beeindruckt das wehrhafte Schloss
in Manzanares el Real …
… und immer wieder die Berge.
Über den Pass Puerto de Navacerrada, der 1858 m
hoch ist, die Grenze zwischen den autonomen Gemeinschaften Madrid und Kastilien-León bildet und im Winter Skigebiet ist …
… komme ich nach Segovia, berühmt für seinen
Aquädukt, der von den Römern gebaut wurde und bis
ins 20. Jahrhundert die auf dem Berg gelegene Altstadt mit Wasser versorgte. Er ist ohne jeden Mörtel, Eisen oder Anker gebaut
- die gekonnte Anordnung der Steine aus Granit, den es hier überall gibt, hält allen Stürmen stand. Das Bild zeigt nur einen
Teil, er ist 728 Meter lang und bis zu 29 hoch.
Was man in Spanien oft sieht: wenn ein Haus abgebrochen wird, wird die Fassade erhalten, gestützt und dann irgendwann dahinter mit
ihr das neue Gebäude erstellt. So bleibt das Stadtbild erhalten, die Innenausstattung ist dann aber doch in allem zeitgemäß.
Nicht nur in Stuttgart, wo - wie ich lese - der
Abriss letzter alter Bausubstanz schonungslos durchgezogen wird, könnte man davon lernen - wenn man denn wollte …
der Turm des Palastes des Landwirtschaftsamtes
Die Kathedrale hat mit 108 Metern den höchsten
Kirchturm Spaniens. Alfons Rodriguez wurde in
der Stadt geboren und wird hier verehrt, ebenso der Stadtpatron
Fructus.
Der Turm ist wirklich hoch!
Im Kreuzgang: Maria oder eine Königin? Ich weiß es nicht - und das ist wohl Absicht.
im Museum der Kathedrale: eine Maria aus dem 12. Jahrhundert.
Der Altar für Antonius, den großen Asketen
und Begründer des Mönchtums - goldener geht's nicht.
Bescheiden dagegen - zumal für spanische Verhältnisse: der Hochaltar.
die Andreaskirche
Das Kloster Santa María del Parral im Tal vor der
Stadt ist das letzte Kloster des Hieronymus-Ordens. Es wurde 1835 säkularisiert, nach der Wiederherstellung des Ordens 1925 ist
es wieder bewohnt.
Ebenfalls im Tal vor der Stadt: das Karmeliterkloster,
in dem Johannes vom Kreuz lebte und starb …
… und die Kirche
des wahren Kreuzes
.
Leider Baustelle: der Alcázar in imposanter Lage
auf dem Bergsporn der Stadt, gebaut nach der Reconquista im 11. Jahrhundert durch König Alfons VI., zuletzt Schule der
spanischen Artillerie, heute Museum.
Zehn Tage vor der Wahl merkt man jetzt doch etwas von Wahlkampf - aber eher spärlich.
Vorbei am von Theresa von Ávila gegründezen
Karmelitinnenkloster geht es zurück auf die
Plaza Mayor. In der Michaelskirche im Hintergrund
wurde 1474 Isabell
die Katholische
zur Königin von Kastilien
ausgerufen. In einer Kirche habe ich neulich das Faltblatt einer Initiative gefunden, die ihre Kanonisierung anstrebt.
Die Johanneskirche, gebaut auf Resten einer
westgotischen Kirche aus dem 6. Jahrhundert, war die Ritterkirche; heute ist sie Museum für Töpferkunst.
Das Karmeliterkloster im Tal unterhalb von Segovia,
das Johannes vom Kreuz gründete und wo er starb,
ist leider geschlossen - Siesta.
Seine eindrückliche, imposante Lage und Gestalt zeigt der
Alcázar von hier unten.
Neckisch: schon hier unter, weit vor der Statdt, ein erstes Tor.
Vom gegenüberliegenden Hügel zeigt sich die Altstadt von Segovia mit der
Kathedrale und dem
Alcázar (ganz rechts).
In Ávila blieb vieles noch ungesehen, deshalb geht es einen Tag dorthin zurück. Die
Basilika San Vicente wurde über dem Ort des
Martyriums von Vincentius von Ávila und Sabina
und Christeta erbaut.
Im Karmelitinnenkloster de la Encarnación in Ávila
lebte Theresa von Ávila, hier bereitete sie ihre
Reform vor.
Das Museum gibt einen guten Einblick ins damalige Klosterleben, das Theresa hier 27 Jahre lang praktizierte. Die Kirche
entspricht wieder mehr spanischer Barocksucht als Theresas Ideen; was mir aber gefällt: am Eingang der Hinweis, dass kurze
Hosen, ärmellose Oberteile und eingeschaltete Handys verboten sind.
Nach dem Priesterseminar, wo
Johannes Maria vom Kreuz García Méndez
ausgebildet wurde, komme ich zur Kirche San Nicolás
aus dem 12. Jahrhundert; an ihr war früher das Jesuitenkolleg der
Stadt, wo Theresa von Ávila ihren Förderer
Franz de Borja traf.
Ein Schmankerl: einer der Grundsteine ist ein Schwein.
Das Augustinerinnenkloster Santa María de la Gracía,
in dem Theresa eine zeitlang zur Ausbildung lebte,
suche ich an der falschen Stelle, aber das
Dominikanerkloster Santa Fé finde ich - nur dort kaum
einen Parkplatz …
… denn die Kirche, in der jetzt um 13 Uhr die Messe stattfindet, ist brechend voll. Zudem zelebriert ein Bischof. Und bald
wird mir klar: es ist Firmung.
Aus dem damaligen Kloster - nein:
königlichen Kloster
! - zogen 1510 Dominikaner
aus zur Mission in Lateinamerika. Entsprechend wird in der Kirche
Martin von Porres verehrt.
Da stehen nun die Gefirmten mit einem sichtlich stolzen Bischof. Und der Gottesdienst war wirklich lebendig: viel Beteiligung der
Firmlinge an der Liturgie, Gitarrenmusik, schöne Athmosphäre und ein sichtlich gut gelaunter Bischof.
Ein früh gestorbener Sohn von Ferdinand und Isabel, den
katholischen Königen
, wurde 1505 hier bestattet.
Und vor der Kirche ist dann der große Auflauf.
Zurück in Segovia beeindruckt im Karmeliterkloster,
das ich jetzt zur Öffnungszeit besuche, der Sarg von Johannes vom Kreuz,
der aber wieder so gar nicht zu dessen Vorstellung von Askese passt.
Zum Abschluss noch einmal und bei besserem Wetter - vor drei Tagen habe ich abends geheizt, jetzt schwitze ich nachmittags -
der Blick von hier auf den Alcázar.
Heute vor 75 Jahren begann der Überfall Deutschlands auf die Sowjetunion. 27.000.000 Sowjetbürger - ⅔ davon Zivilisten -
starben. Und das deutsche Gedenken? Eine Debatte im Bundestag auf Antrag der Linken
- Tagesordnungspunkt 4 -, kein
Blumenstrauß, keine musikalische Umrahmung wie sonst bei ähnlichen Anlässen. Unser Bundespräsident schwieg zum Thema, weilte in
Rumänien, das genau vor 75 Jahren gemeinsam mit Deutschland in der Sowjetunion einfiel, die Kanzlerin in Polen, deren Liebe
zu den Russen im Moment bekannt ist. Ein trauriges Bild
, kommentierte selbst die Stuttgarter Zeitung
. Aber es
ist schlimmer: der Westen will die Kapitulation Putins. Ronald Reagan hat den Fall der Mauer und das Ende der Konfrontation
nicht auf die Entspannungspolitik zurückgeführt, sondern darauf, dass der Westen die Sowjetunion wirtschaftlich tot gerüstet
habe. Wenn man die Vergangenheit so sieht, dann liegt es nahe, die gleiche Methode noch einmal auszuprobieren; und andernfalls
macht man halt Krieg. Die geistige Mobilmachung dazu ist in vollem Gange. Und Deutschland muss nach den Worten von
Bundeskanzlerin Angela Merkel die Verteidigungsausgaben erheblich (!) erhöhen.
Deutschland hat es bei der Fußball-EM - alles andere alles glanzvoll - also bislang geschafft. Wenn Sie im Achtelfinale
gewinnen, spielen sie im Viertelfinale gegen Italien oder Spanien - das wird spannend! Leider werde ich dann schon in Frankreich
sein.
* Thomas Schröder: Spanien, 5. Aufl.,Michael Müller Verlag, Erlangen 2006
Die Tracks:
El Escorial
Cabanillas de la Sierra
Für Segovia hat sich das dumme Gerät wieder nicht von selbst eineschaltet
Ávila 2
geschrieben am 17., 18., 20., 21. und 22. Juni 2016
Dörfer und Berge in AragonIm Westen, Spaniens Armenhaus