Welt bereisen Das Reiseblog des Ökumenischen Heiligenlexikons

Kategorie: Westafrika / Spanien 2016 - Seite 11

Kor­si­ka

   J. Schä­fer         

Mon­tag, 8. April bis Diens­tag, 23. April

Nach einem Sonn­tag, der sei­nem Namen alle Ehre mach­te und an dem ich zum ers­ten Mal auf die­ser Reise den Pull­over aus­zie­hen konn­te, ging es am Mon­tag wie­der hinab ins Tief­land, zu­erst nach Prato zum ehe­ma­li­gen Klos­ter San Leo­nar­do. Bern­hard von Ecche lebte hier, Ja­ko­bus von der Mark pre­dig­te. Heute ist das An­we­sen ein Ein­kehr­haus, un­ter­stützt von den Evan­ge­li­schen Kir­chen der Re­gi­on Tos­ka­na, der Ru­mä­nisch-Or­tho­do­xen Diö­ze­se Ita­li­en, der Fo­ko­lar-Be­we­gung Tos­ka­na, der Ita­lie­ni­schen Bud­dhis­ti­schen Union, der Union Ita­lie­ni­scher Jü­di­scher Ge­mein­den, der Union Is­la­mi­scher Ge­mein­den Ita­li­ens und der Ita­lie­ni­schen Hin­du-Uni­on; Öku­me­ne geht auch über Re­li­ons­gren­zen hin­weg, das könn­te der Nahe Osten ler­nen.
Nächs­te Sta­ti­on ist Pis­toia, zu­erst diese ehe­ma­li­ge Kir­che San De­si­de­rio, in der Ba­ron­ti­us von Mon­tal­ba­no be­stat­tet wurde.

Li­gu­ri­en

   J. Schä­fer         

Mitt­woch, 24. April bis Mitt­woch, 1. Mai

Ich blieb dann doch noch einen Tag län­ger als zu­nächst ge­dacht auf dem an­ge­neh­men Cam­ping­platz Taimi, denn die nun an­ste­hen­de Fahrt in die Berge wäre bei dem an­hal­ten­den Sau­wet­ter mit Schnee schon auf 500 Me­tern Höhe und dun­kels­ten Wol­ken Schwach­sinn. Laut ita­lie­ni­schem Fern­se­hen sind die Tem­pe­ra­tu­ren in ganz Nord­ita­li­en 10 bis 15° käl­ter als üb­lich, die Bil­der zei­gen Schnee­mas­sen auch in den Ber­gen der Tos­ka­na. Auf Don­ners­tag war Bes­se­rung vor­her­ge­sagt, also ging es dann in die Höhe zum Schnee, aber die Stra­ße war ge­räumt.

An der Côte d’Azur und in Mar­seil­le

   J. Schä­fer         

Don­ners­tag, 2. Mai bis Mitt­woch, 15. Mai

Und wie­der bin ich län­ger ge­blie­ben als ge­plant, nun also auf dem in die Jahre ge­kom­me­nen, aber trotz ita­lie­ni­schem Charme ver­gan­ge­ner Zei­ten in allem gut funk­tio­nie­ren­den Cam­ping­platz in Ven­ti­miglia: es galt, drei Tage mit Dau­er­re­gen zu über­ste­hen. Am Sams­tag ging es dann zu­erst nach Ven­ti­miglia zu einem Elek­tro­markt: ein neuer Fo­to­ap­pa­rat muss­te her, denn mit viel goo­g­len habe ich ge­lernt, dass die Re­pa­ra­tur des of­fen­bar durch­aus nicht sel­te­nen Pro­blems für mich als Laien un­mög­lich ist und in einer Fach­werk­statt - die ich hier oh­ne­hin nicht finde - fast da­sel­be kos­tet wie ein neues Gerät. In Ven­ti­miglia be­su­che ich des­halb ein Fo­to­ge­schäft - das aber so gut wie keine Ap­pa­ra­te vor­rä­tig hat, eben­spwe­nig wie der an­de­re Laden, auf den man mich ver­weist. Es muss also einst­wei­len wie­der die Er­satz­ka­me­ra her­hal­ten.
Dann folgt der Grenz­über­tritt nach Frank­reich - na­tür­lich mit Kon­trol­le der Kiste. Schlie­ß­lich lande ich im vor­neh­men Küs­ten­ort Men­ton an der Côte d’Azur an der Stel­le des ehe­ma­li­gen Ho­tels, in dem Charles Spur­ge­on starb. Auf dem Weg zur hoch über dem Ort ge­le­ge­nen Ba­si­li­ka Saint-Mi­chel, an der Charles Do­mi­ni­que Al­bi­ni er­zo­gen wurde: die­ses Azu­le­jo, das vor der Sil­hou­et­te von Men­ton an Papst Pius VII. er­in­nert: 1796 nah­men fran­zö­si­sche Trup­pen seine da­ma­li­ge Diö­ze­se Imola ein, 1814 er­hielt er als Papst von Na­po­le­on den Kir­chen­staat zu­rück: Rö­mi­sche Le­gio­nen haben auf der Via Julia (der rö­mi­schen Stra­ße ent­lang der Küste) nun einen lan­gen Weg ge­macht.

Langue­doc und Ce­ven­nen

   J. Schä­fer         

Sams­tag, 25. Mai bis Mon­tag, 3. Juni

Am Sams­tag geht es zu­erst zum Kla­ris­sen­klos­ter nahe Avi­gnon, in dem Fran­zis­ka von Cla­ra­mon­te lebte, dann zur Pfarr­kir­che in Château­renard bei Avi­gnon, wo Mar­ga­re­ta von Château­renard ge­bo­ren wurde, und schlie­ß­lich zu die­sem mäch­ti­gen Klos­ter Mont­ma­jour bei Arles; Tro­phi­mus von Arles hatte sich hier der Le­gen­de zu­fol­ge in einer Höhle vor sei­nen Ver­fol­gern ver­steckt.

Cler­mont-Fer­rand

   J. Schä­fer         

Diens­tag, 4. Juni bis Frei­tag, 7. Juni

Ich blei­be auf dem in jeg­li­cher Hin­sicht per­fek­ten Cam­ping­platz in Aydat. Nach einem wei­te­ren Tag Ar­beit und mit nun end­lich sich wie­der zei­gen­der Sonne geht es am Mitt­woch bei an­ge­neh­mer Wärme - dass es das noch gibt! - hinab ins Tal ins nicht weit ent­fern­te Cler­mont-Fer­rand; in oder bei der Stadt wur­den Evo­di­us von Puy, Gre­gor von Tours und Pri­vatus von Mende ge­bo­ren, Eu­tro­pia von der Au­ver­gne und Si­re­nus leb­ten hier, Aman­di­nus von Cler­mont wurde hier be­stat­tet. Auf dem Platz de la Vic­toire, dem ehe­ma­li­gen rö­mi­schen Forum, grüßt das große Denk­mal für Papst Urban II.. Das ehe­ma­li­ge Forum steht für die Mär­ty­rer Aman­ti­us sowie An­to­lia­nus und Cas­si­us und Ge­fähr­ten und Li­mi­ni­us.

In der Au­ver­gne

   J. Schä­fer         

Sams­tag, 8. Juni bis Mon­tag, 17. Juni

Am Sams­tag fahre ich also er­neut zum Schloss in Sar­ce­nat, dem Ge­burts­haus von Pier­re Teil­hard de Char­din. Das Be­tre­ten des weit­läu­fi­gen Grund­stücks ist ver­bo­ten, aber der im Gar­ten ar­bei­ten­de Be­sit­zer (?) er­laubt mir ein Foto. Nicht mehr weit ist es dann nach Vol­vic: be­kannt durch sein Mi­ne­ral­was­ser - in Deutsch­land mehr als in Frank­reich -, das seit 1938 in Fla­schen ge­füllt wird. Mich in­ter­es­siert dort aber diese Prikt von Cler­mont ge­weih­te Kir­che Saint Priest - frü­her ein Klos­ter; es wurde ge­grün­det am Ort des Mar­ty­ri­ums von Ama­rin und Elid und Prikt durch Avi­tus II. von Cler­mont, von Aus­tre­mo­ni­us von Cler­mont und Flo­rus gibt es dort Re­li­qui­en. Dumm nur, dass diese Kir­chen zu al­ler­meist so un­ge­heu­er dun­kel sind; und dass die Decke nicht Stei­ne ver­liert, ist of­fen­sicht­löich auch nicht ge­wiss; die meis­ten Kir­chen in Frank­reich sind in er­bärm­li­chem Zu­stand - es fehlt die Kir­chen­steu­er, der sich lai­zis­tisch ver­ste­hen­de Staat tut wohl auch nicht viel und der Pries­ter­man­gel führt im Er­geb­nis dazu, dass sich auch kaum je­mand wirk­lich küm­mert. Im­mer­hin aber sind in die­ser Ge­gend die meis­ten Kir­chen ge­öff­net.

Im Rhônetal

   J. Schä­fer         

Diens­tag, 18. Juni bis Mon­tag, 24. Juni

Am Diens­tag geht es dann wei­ter, zu­erst ins ein­sam hoch in den Ber­gen ge­le­ge­ne Glui­ras bei Va­lence zu die­ser Pfarr­kir­che, denn hier wurde Jo­hann-Jo­seph de Lavèze-Bel­lay, ein Ge­fähr­te von An­dre­as Abel Al­ri­cy, ge­bo­ren.

Rund um Bour­ges und Autun

   J. Schä­fer         

Mitt­woch, 10. Juli bis Mitt­woch, 17. Juli

Nach ei­ni­gen Re­gen- und Käl­te­ta­gen wurde es am Mon­tag und Diens­tag für 1½ Tage doch rich­tig som­mer­lich; am Mitt­woch ver­ließ ich dann den sehr an­ge­neh­men Cam­ping­platz in Né­ris-les-Bains - und be­zahl­te den Schäpp­chen­preis von 12 € pro Nacht, samt Du­sche und Strom - für einen grö­ße­ren Sprung nach Nor­den, zu die­sem ehe­ma­li­gen Klos­ter Noir­lac bei Bruère-Al­li­ch­amps im Dé­par­te­ment Cher, wo Theo­bald von Clairvaux (stell­ver­tre­tend) Abt war. Die bes­tens re­no­vier­ten Ge­bäu­de sind aber völ­lig nackt, den­noch wer­den sie viel be­sucht.

Im Jura

   J. Schä­fer         

Don­ners­tag, 18. Juli bis Sams­tag, 20. Juli

Nach einem end­lich wirk­lich som­mer­li­chen Mitt­woch auf dem für mich per­fek­ten Cam­ping­platz in Saint-Jean-de-Vaux ging es am Don­ners­tag Rich­tung Osten ins Tal der Saône, zu­erst nach Tour­nus zum ehe­ma­li­gen Ka­pu­zi­ner­klos­ter - Mar­kus von Avia­no pre­dig­te hier - und dann zur Kir­che Sain­te-Ma­de­lei­ne, wo es Re­li­qui­en von Vi­ta­lis gab. Die Kir­che Saint-Valé­ri­an ist Va­le­ria­nus ge­weiht. In der Kir­che Saint-Phi­li­bert des ehe­ma­li­gen Klos­ters, war Ar­da­ni­us Abt und gibt es Re­li­qui­en von Leon­hard von Van­do­eu­vre und Phi­li­bert von Jumièges. Auf­fä­lig ist dort diese Ma­ri­en­sta­tue aus dem 12. Jahr­hun­dert, die einen er­wachs­nen Jesus auf ihrem Schoß hat.

Im Süd­os­ten von Frank­reich

   J. Schä­fer         

Mon­tag, 24. März bis Mon­tag, 1. April

Da ich für diese Tour nicht so weit in den Süden woll­te und zudem noch Ver­pflich­tun­gen in der Hei­mat­ge­mein­de hatte, be­gann die Reise die­ses Jahr re­la­tiv spät. Nach pro­blem­lo­ser An­rei­se über Au­to­bah­nen er­rei­che ich am ers­ten Abend das große Klos­ter Sept-Fonts in Diou bei Vichy, in dem Be­ne­dikt Josef Labre in den Trap­pis­ten­or­den auf­ge­nom­men wurde.
Nicht mehr weit ist es dann zur Rast­stät­te Bour­bon­nais - dort war ich schon im ver­gan­ge­nen Jahr -, auf der ich eine ru­hi­ge Nacht ver­brin­ge.

Am Diens­tag fahre ich in den klei­nen Wei­ler Au­be­terre - einen Orts­teil von Broût-Ver­net bei Mou­lins -, wo Gil­bert von Neuf­fon­tai­nes das ehe­ma­li­ge Frau­en­klos­ter der Prä­mons­tra­ten­ser grün­de­te.
In Lyon gab es im Kran­ken­haus Croix-Rous­se und im Wohn­haus, in dem sie ar­bei­te­te, Ma­ri­en­er­schei­nun­gen vor An­ne-Ma­rie Coste.
Eine wei­te­re Ma­ri­en­er­schei­nung gab es vor der 14-jäh­ri­gen Blan­di­ne Pie­gay im Gar­ten ihres El­tern­hau­ses in La Tal­au­dière bei St-Éti­en­ne.
Fast 600 km bin ich heute ge­fah­ren, um diese weit aus­ein­an­der­lie­gen­den Orte, die neu hinzu kamen in der Ge­gend, die ich im ver­gan­ge­nen Jahr schon be­sucht hatte, zu er­rei­chen. Auch die Rast­stät­te Lozère, mei­nen Schlaf­platz, kenne ich von da­mals schon. Die Nacht wird wie­der an­ge­nehm ruhig, aber kalt: beim Auf­wa­chen hat es 4°, aber der Platz in den grü­nen Ber­gen liegt auch über 1000 Meter hoch.

Die weite Fahrt nach zur Burg in Po­lignac bei Le Puy-en-Ve­lay, dem Ge­burts­ort von Pon­ti­us von Cler­mont, er­spa­re ich mir. So wird diese eins­ti­ge Kom­man­dan­tur der Temp­ler in Sain­te-Eula­lie-de-Cer­non mein ers­tes Ziel; sie ist lei­der noch ge­schlos­sen, Be­sich­ti­gung ist erst ab April mög­lich. Dann geht es nach Va­b­res-l'Ab­baye bei Rodez, wo Georg von Lodève einst ein Klos­ter grün­de­te.

Auch die Ge­gen­den in den Py­re­nä­en und an deren Nord­rand hatte ich schon 2014 be­sucht, nun geht es in die seit­dem dazu ge­kom­me­nen Orte. Un­zu­gäng­lich hin­ter Mau­ern: diese Stel­le der eins­ti­gen Ein­sie­de­lei von Ca­ris­si­ma im Wei­ler Sain­te-Carême von Albi, di­rekt am Fluss Tarn ge­le­gen. Den Fluss hatte ich zuvor auf der be­rühm­tern Brü­cke von Mil­laut über­quert; die 2004 ein­ge­weih­te Brü­cke ist im­po­sant, die längs­te Schräg­seil­brü­cke und die höchs­te Brü­cke der Welt über­haupt. Lei­der sieht man sie von der zu­ge­hö­ri­gen Rast­stät­te aus nicht - also gibt es kein Foto.
In Vieux bei Albi sehe ich die - lei­der auch ge­schlos­se­ne - Kir­che; dort wurde Ama­ran­thus be­gra­ben. Ca­ris­si­ma be­such­te das dann dort ge­grün­de­te ehe­ma­li­ge Klos­ter, des­sen Grün­der an­geb­lich Eugen von Kar­tha­go war und in dem es Re­li­qui­en von Vin­de­mi­alus und Lon­gi­nus gab.

In Castres bei Albi wohn­te zeit­wei­se Maria von Jesus Bor­ret. Einen Park­platz finde ich mit Glück di­rekt an die­ser frü­he­ren Ka­the­dra­le; Flo­ren­ti­us Du­mon­tet de Car­dail­lac war dort Ge­ne­ral­vi­kar, von Vin­zenz von Va­len­cia gibt es Re­li­qui­en und von Wil­helm Feno­glio eine Sta­tue; lei­der ist die Kir­che wegen Re­no­vie­rung auch ge­schlos­sen.

In der ehe­ma­li­gen Burg von Castres - an der Stel­le die­ses spä­te­ren Bi­schof­spals­tes, dem heu­ti­gen Mu­se­um Goya -, herrsch­te der­einst Fried­rich von Saint-Van­ne. Das ehe­ma­li­ge Do­mi­ni­ka­ner­klos­ter, in dem Jo­han­nes Scala­ri­us lebte, stand auf dem Park­platz neben der Ka­the­dra­le. Schlie­ß­lich komme ich noch zum Klos­ter der von Jo­han­na Emi­lia de Vil­le­neuve ge­grün­de­ten Sœurs de Not­re-Da­me de l'Im­ma­cu­lée Con­cep­ti­on.

Zum Ab­schluss des Tages komme ich zu die­ser Kir­che in Al­zon­ne bei Car­ca­son­ne, auch hier gab es eine Ma­ri­en­er­schei­nung.
Un­ru­hig Dank der er­zwun­ge­nen Nähe zur An­fahrt­spur für die LKWs wird die Nacht auf der Rast­stät­te Ar­zens. Und am Mor­gen kommt der Zoll zu mir - drei Mann und eine Frau! - um zu kon­trol­lie­ren, ob ich nicht Al­ko­hol und / oder Ta­bak­wa­ren aus dem nahen An­dor­ra ge­schmug­gelt habe. Sie sind freund­lich, aber miss­trau­isch.

Den Don­ners­tag be­gin­ne ich an der Stel­le der Ein­sie­de­lei nahe Saint-Pa­poul bei Car­cas­son­ne, wo die Jung­frau­en von Saint-Pa­poul und der Namen ge­ben­de Pa­pu­lus leb­ten. Und dann sehe ich im Ort die Kir­che des ehe­ma­li­gen Klos­ters - das lei­der auch erst ab April zu be­sich­ti­gen ist. Nächs­tes Ziel ist diese Kir­che in Mas-Sain­tes-Pu­el­les bei Car­ca­son­ne, wo Ca­mel­la von Car­cas­son­ne Zu­flucht fand und starb und wo mög­li­cher­wei­se Pe­trus No­las­kus ge­bo­ren wurde.

Diese klei­ne Kir­che in Sain­te-Ca­mel­le bei Car­cas­son­ne, die Ca­mel­la von Car­cas­son­ne ge­weiht ist und in der ihre Ge­bei­ne ver­ehrt wer­den, ist nun er­staun­li­cher­wei­se ge­öff­net. In Bel­pech bei Car­cas­son­ne komme ich zum Ge­burts­haus von Wil­helm le Court.

Nach der Kir­che St-Gi­mer in Car­ca­son­ne, er­baut an der Stel­le des wahr­schein­löi­chen Ge­burts­hau­ses von Gimer von Car­cas­son­ne, komme ich nach Saint-Hil­ai­re bei Car­cas­son­ne, wo Hil­ari­us von Car­cas­son­ne das Klos­ter grün­de­te und es einen Sar­ko­phag gibt, der - an­geb­lich - die Ge­bei­ne von Sa­turn­i­nus von Tou­lou­se ent­hält. Dann geht es hoch in die Berge, über den 1253 Meter hohen Col des Sept Frères - am Stra­ßen­rand lie­gen Schnee­res­te, das Ther­mo­me­ter fällt auf 2° - nach Ax-les-Ther­mes, dem Ge­burts­ort von Jo­han­nes Fran­zis­kus Bon­nel de Pra­del, einem Ge­fähr­ten von Jo­han­nes Karl Maria Ber­nard du Cor­nil­let, der dort in die­ser Kir­che ver­ehrt wird. In die­ser ent­de­cke ich neu Eu­dald.
Die Wei­ter­fahrt nach Ma­te­ma­le bei Per­pi­gnan würde nun über den 1800 Meter hohen Pass de Cailhères füh­ren, aber der ist noch ge­schlos­sen. Also fahre ich zu­rück nach Quil­lan ins Tal; dort wird die Nacht am - still­ge­leg­ten - Bahn­hof etwas wär­mer und an­ge­nehm ruhig, trotz des­sen zen­tra­ler Lage; Berg­be­woh­ner hal­ten sich so­li­de an Schla­fens­zei­ten.

Über meist sehr schma­le Berg­stra­ßen geht es am Frei­tag dann ins fast 1600 Meter hoch ge­le­ge­ne Berg­dorf Ma­te­ma­le bei Per­pi­gnan, einem Ort für Ski­fah­rer, wo an der Kir­che eine Tafel an den hier ge­bo­re­nen Henri Vergès, einen Ge­fähr­ten von Peter Lu­ci­an Cla­ve­rie, er­in­nert. Die Aus­sicht auf die Schnee­ber­ge: gro­ßar­tig!

Nun geht es aus den Ber­gen hinab Rich­tung Mit­tel­meer und es zeigt sich nach den seit­he­ri­gen grau­en Tagen end­lich die Sonne. Ziel ist Pra­des bei Per­pi­gnan mit dem Ge­burts­haus von Tho­mas Mer­ton. Un­weit davon steht diese Pfarr­kir­che.

In Bou­le­ternère bei Per­pi­gnan wurde Luis Damián Sobraqués Glory, ein Mär­ty­rer des Spa­ni­schen Bür­ger­krie­ges, ge­bo­ren. Nahe der Kir­che die­ses mit­tel­al­ter­li­chen Ortes: die­ser wehr­haf­te Turm.

Noch­mals fahre ich auf schma­ler und kur­ven­rei­cher Stra­ße in die Berge ins klei­ne Dorf Boule-d'Amont bei Per­pi­gnan, wo Lu­pen­ti­us von Châlons-sur-Mar­ne ge­bo­ren wurde. In der Kir­che wird auch diese alte Ma­ri­ensta­tue ge­zeigt.
Am spä­ten Nach­mit­tag komme ich zum aus­ge­wähl­ten Ar­beits­platz, dem Cam­ping­platz Cas­teil­lets in Saint-Jean-Pla-de-Corts, un­weit des Wärme ver­spre­chen­den Mit­tel­mee­res, aber weit genug von der Au­to­bahn ent­fernt.

Dort ist alles ein­fach, aber in Ord­nung. Schon in der Nacht zum Sams­tag kommt ein hef­ti­ger, böi­ger und kal­ter Sturm auf, der dann trotz strah­len­dem Son­nen­schein den gan­zen Tag an­hält und alles mit sich reißt, was nicht niet- und na­gel­fest ist. Und auch die­sen Baum ein­fach um­haut.

Erst am Sonn­tag lässt der Wind nach, die Sonne bringt nun auch etwas Wärme und der Blick auf die Berge ent­schä­digt für das Ze­tern des Stur­mes.

Tracks (funk­tio­nie­ren noch nicht
Bour­bon­nais
Lozère
Ar­zens
Quil­lan
Saint-Jean-Pla-de-Corts

ge­schrie­ben vom 28. März bis 30. März